Eine Hand hält eine NFL Trading Card – im Zentrum der Diskussion um Grading-Giganten PSA und Beckett und die Zukunft des Sammelkarten-Marktes.
Eine Hand hält eine NFL Trading Card – im Zentrum der Diskussion um Grading-Giganten PSA und Beckett und die Zukunft des Sammelkarten-Marktes. | Quelle: IMAGO / UPI Photo

Einordnung eines richtungsweisenden Deals im Sammelkarten-Markt

Der Trading Card Markt erlebt die nächste große Konsolidierung: Collectors, das Mutterunternehmen von PSA (Professional Sports Authenticator), übernimmt den traditionsreichen Konkurrenten Beckett. Beide Unternehmen gehören zu den bekanntesten Namen im Bereich Grading, Preisguides und Collectibles-Medien.

Wie Collectors am Montag mitteilte, wurde eine „definitive agreement“ unterzeichnet. Beckett soll dabei als unabhängige Marke weitergeführt werden – inklusive eigener Prozesse, Standards und Angebote.

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Beckett bleibt eigenständig – zumindest auf dem Papier

Laut offizieller Mitteilung wird Beckett auch nach der Übernahme:

  • seine eigenen Grading-Standards (BGS) behalten
  • den Marktplatz, Magazine und Price Guides weiterhin selbst betreiben
  • keine Änderungen bei Preisen oder Abläufen für bestehende Grading-Aufträge vornehmen

Collectors-CEO Nat Turner betonte in der Pressemitteilung:

„The first card I ever submitted for grading was to Beckett, and I consider Collectors custodians of this important icon in the hobby.“

Das Signal ist klar: Beckett soll nicht geschluckt, sondern stabilisiert werden – zumindest strategisch.



Ein Traditionsname mit schwierigen Jahren

Beckett wurde 1979 von Dr. James Beckett gegründet und war vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren mit seinen legendären Trading-Card-Preisguides prägend für den Hobby-Markt.

Mit dem Aufstieg des professionellen Gradings in den 2000er-Jahren entwickelte sich Beckett Grading Services (BGS) zu einer der führenden Adressen – lange Zeit auf Augenhöhe mit PSA.

In den letzten Jahren geriet Beckett jedoch zunehmend unter Druck:

  • sinkende Marktanteile im Grading-Segment
  • laut GemRate-Daten nur noch Platz 3 oder 4 unter den großen Anbietern
  • Führungs- und Eigentümerprobleme, zuletzt verbunden mit rechtlichen Kontroversen rund um den früheren Mutterkonzern

Erst im Dezember 2024 wurde Collectivus Holdings als neuer Eigentümer vorgestellt – nun folgt bereits der nächste Einschnitt.



Collectors baut seine Marktmacht weiter aus

Mit der Übernahme von Beckett setzt Collectors seine Konsolidierungsstrategie konsequent fort. Bereits im Februar 2024 hatte das Unternehmen SGC übernommen, das anschließend als Boutique-Grader neu positioniert wurde – mit deutlich rückläufigen Volumina.

Aktuell ergibt sich damit ein klares Bild:

  • PSA dominiert den Grading-Markt
  • SGC ist Teil des Collectors-Portfolios
  • Beckett folgt nun ebenfalls
  • CGC bleibt der letzte große unabhängige Anbieter

Collectors betont, man wolle die Wahlfreiheit der Sammler erhalten. Kritiker sehen jedoch eine zunehmende Marktkonzentration, die langfristig Einfluss auf Preise, Standards und Wettbewerb haben könnte.



Was bedeutet der Deal für Sammler und Investoren?

Kurzfristig ändert sich wenig:

  • laufende Einreichungen bleiben unverändert
  • keine Preisänderungen angekündigt
  • Beckett bleibt als Marke sichtbar

Mittelfristig dürfte die Übernahme jedoch Fragen aufwerfen:

  • Wie unabhängig bleibt Beckett wirklich?
  • Werden Grading-Standards langfristig angeglichen?
  • Was bedeutet die Marktmacht von Collectors für Innovation und Wettbewerb?

Fest steht: Der Deal ist weniger ein Überraschungsmoment als ein weiterer Schritt in der Reifung – und Konzentration – des Collectibles-Marktes.



Fazit: Ein Deal mit Signalwirkung für das gesamte Hobby

Die Übernahme von Beckett durch Collectors ist kein kurzfristiger Knall, sondern ein strategischer Meilenstein. Ein Traditionsname bekommt Stabilität, während Collectors seine Position als dominierende Kraft im Grading-Markt weiter ausbaut.

Ob diese Entwicklung dem Hobby langfristig mehr Verlässlichkeit oder weniger Wettbewerb bringt, wird sich erst zeigen. Klar ist jedoch:
Der Markt für Trading Cards wird professioneller – und enger.