Vor zwei Wochen am letzten Spieltag der regulären Saison lieferten sich Sam Darnold #14 und die Seattle Seahawks ein direktes Duell mit den San Francisco 49ers und sicherten sich den No.-1-Seed der NFC. In den NFL Playoffs kommt es erneut zum Aufeinandertreffen – diesmal mit Heimvorteil für Seattle.
Vor zwei Wochen am letzten Spieltag der regulären Saison lieferten sich Sam Darnold #14 und die Seattle Seahawks ein direktes Duell mit den San Francisco 49ers und sicherten sich den No.-1-Seed der NFC. In den NFL Playoffs kommt es erneut zum Aufeinandertreffen – diesmal mit Heimvorteil für Seattle. | Quelle: IMAGO / Icon Sportswire

Die Wild Card Round war mehr als nur ein Auftakt in die NFL Playoffs – sie war ein Statement.
Selten zuvor ist eine NFL-Postseason so spektakulär, so dramatisch und so unvorhersehbar gestartet wie in diesem Jahr.

In allen sechs Wild-Card-Spielen wechselte die Führung im vierten Viertel insgesamt zwölf Mal – ein neuer NFL-Rekord. Vier Teams drehten ihre Spiele sogar noch in den letzten drei Minuten, drei davon – Buffalo, Chicago und die Rams – erzielten den Game-Winning-Touchdown erst in den letzten zwei Minuten. Mehr Drama geht nicht.

Was diese Runde besonders machte: Fast alles stand bis zum Schluss auf Messers Schneide.
Über 80 Prozent aller Spielzüge fanden in One-Score-Games statt, vier Partien wurden mit vier Punkten oder weniger entschieden – ebenfalls ein historischer Höchstwert für eine einzelne Playoff-Runde.

Auch strukturell zeigt sich, wie offen und neu diese NFL gerade ist:
Zum ersten Mal seit 2010 finden die Divisional Games bei vier anderen Gastgebern als im Vorjahr statt. Und mit Chicago, New England und Seattle stehen gleich drei Teams im Divisional Round, die 2024 noch komplett an den Playoffs vorbeigeschrammt sind.

Besonders bemerkenswert ist auch der Blick auf die Divisions:
Die NFC West schreibt Geschichte – mit Rams, 49ers und Seahawks stehen gleich drei Teams derselben Division im Divisional Round. Das gab es ligaweit erst drei Mal zuvor.

Und dann wäre da noch der Generationenwechsel auf der wichtigsten Bühne der Liga:
Sieben der acht verbliebenen Starting Quarterbacks sind unter 30 Jahre alt.
Der einzige mit einem Super-Bowl-Ring? Matthew Stafford.

Zum ersten Mal seit 26 Jahren – und überhaupt erst zum dritten Mal – starten drei Quarterbacks in ihrer ersten oder zweiten NFL-Saison in der Divisional Round:
Drake Maye, Bo Nix und Caleb Williams.
Die Zukunft der NFL steht nicht vor der Tür – sie ist bereits mittendrin.

Die Wild Card Round hat die Messlatte extrem hoch gelegt.
Und alles deutet darauf hin, dass die Divisional Round dieses Versprechen nicht nur halten, sondern noch toppen wird.



Buffalo Bills (13–5) @ Denver Broncos (14–3) – AFC Divisional Round

Samstag, 22:30 MEZ RTL / DAZN / GAMEPASS

Dieses Duell hat alles, was ein Divisional-Playoffspiel braucht: Geschichte, Revanche-Gefühl und zwei Teams, die aktuell zu den komplettesten der NFL zählen.

Die Denver Broncos gehen erstmals seit 2015 wieder als #1 Seed der AFC in die Playoffs – und spielen damit ihr erstes Heim-Playoff seit dem AFC Championship Game 2015. Damals endete der Weg bekanntlich mit Super Bowl 50, ausgetragen in Santa Clara – dem Austragungsort des kommenden Super Bowl LX. Ein besseres Omen gibt es aus Broncos-Sicht kaum.

Die Buffalo Bills reisen dagegen mit neuem Selbstbewusstsein an. Mit dem 27:24-Erfolg bei den Jaguars feierte Buffalo seine erste Road-Playoff-Sieg seit dem AFC Championship Game 1992 – ein echter mentaler Durchbruch für ein Team, das in den letzten Jahren oft als Favorit gescheitert ist.

🗣️ IT'S A PLAYOFF GAME WEEK‼️#ClimbHigher x #BUFvsDEN pic.twitter.com/u45dexnf4W

— Denver Broncos (@Broncos) January 12, 2026

Historie & Revanche

Ein Blick zurück macht dieses Matchup noch brisanter:
In der Wild Card Round 2024 fegten die Bills die Broncos mit 31:7 aus den Playoffs. Insgesamt gewann Buffalo beide bisherigen Postseason-Duelle gegen Denver – darunter auch das AFC Championship Game 1991, das den Bills den Einzug in den Super Bowl XXVI bescherte.

Beide Franchises gehören zur AFC-Elite: Jeweils 10 AFC Championship Game Teilnahmen sprechen für sich.

Broncos-Dominanz: Defense trifft Effizienz

Denver baut 2025 auf eine Defense, die ligaweit Maßstäbe setzt:

  • NFL-Bestwert: 68 Sacks
  • Top-3 in Scoring Defense, Run Defense und Total Defense
  • Nur 23 zugelassene Sacks – Ligabestwert (geteilt mit den Rams)
  • Eine historische Sack-Differenz von +45 – die höchste, die je gemessen wurde

Diese Kombination aus aggressivem Pass Rush und exzellenter O-Line-Kontrolle macht die Broncos zu einem Albtraum für jeden Gegner.

Josh Allen – der Playoff-Faktor

Doch wenn jemand dafür gebaut ist, auch die beste Defense zu knacken, dann Josh Allen.
Kein Quarterback in der NFL-Playoff-Historie vereint Explosivität und Physis so konstant:

  • 701 Rushing Yards – Rekord für QBs in den Playoffs
  • Zweitmeiste Rushing TDs eines Quarterbacks
  • 309,5 kombinierte Passing- & Rushing-Yards pro Playoff-Spiel – Bestwert aller Zeiten (bei ≥10 Starts)

Allen ist nicht nur Quarterback – er ist Buffalos Gameplan.

Ein Duell aus Explosivität gegen Kontrolle.

Josh Allen bringt Playoff-Chaos, Big Plays und physische Dominanz, während Denver mit der komplettesten Defense der Liga und Home-Field-Advantage antwortet. Wenn Buffalo das Tempo hochzieht, wird es wild – wenn Denver das Spiel diktiert, kann es schnell ein defensiver Schlagabtausch werden, der erst spät entschieden wird.



San Francisco 49ers (13–5) @ Seattle Seahawks (14–3) – NFC Divisional Round

In der Nacht von Samstag auf Sonntag, 02:00 MEZ – RTL / DAZN / GAMEPASS

Ein echtes Schwergewicht-Duell im Westen – Rivalität, Historie und der #1 Seed stehen auf dem Spiel, wenn die Seattle Seahawks erstmals seit 2020 wieder ein Playoff-Heimspiel austragen und die San Francisco 49ers mit maximalem Selbstvertrauen anreisen.

Heimvorteil & Revanche

Seattle ist zum ersten Mal seit 2014 die Nummer 1 der NFC. Damals endete die Saison mit einem Super-Bowl-Triumph. Nun soll der erste Playoff-Sieg seit dem Wild-Card-Erfolg 2019 folgen – und das im eigenen Stadion. Zwischen 2006 und 2017 gewannen die Seahawks zehn Playoff-Heimspiele in Serie, ein Ruf, den sie am Samstag neu beleben wollen.

San Francisco kommt mit Rückenwind: Der 23:19-Auswärtssieg in Philadelphia war der erste Road-Playoff-Erfolg seit 2022 – und ein klares Signal, dass dieses Team auch fernab der Bay Area liefern kann.

Saisonserie & Playoff-Geschichte

Die Saisonserie ist 1–1:

  • Week 1: 49ers gewinnen in Seattle (17:13)
  • Week 18: Seahawks gewinnen in San Francisco (13:3) und sichern sich Division & #1 Seed

Auch in den Playoffs steht es 1–1:

  • 2013 NFC Championship: Seattle (23:17) → später Super Bowl XLVIII
  • 2022 Wild Card: San Francisco (41:23)

Historische Dimension

Die 49ers sind in der Divisional Round eine Macht: Sieben Siege in Folge – ligaweit nur von Kansas City in den letzten Jahren erreicht. Mit einem weiteren Erfolg würden sie als erstes Team überhaupt in ihr 20. Conference Championship Game einziehen.

Seattle hingegen jagt seine fünfte Championship-Game-Teilnahme (drei in der NFC, eine in der AFC) – und möchte den nächsten Schritt in einer Saison machen, die bereits Franchise-Geschichte schreibt.

Spieler im Fokus

  • Jaxon Smith-Njigba führte die NFL mit 1.793 Receiving Yards an – Franchise-Rekord.
    Er ist erst der vierte Spieler seit 1975, der die Liga in Receiving Yards anführt und für den #1 Seed seiner Conference spielt – in einer Reihe mit Legenden wie Drew Pearson und Jerry Rice.

Rivalität, Intensität und ein Spiel auf Messers Schneide.

Dritte Begegnung, alles auf dem Spiel – mehr NFL-Drama geht kaum. Seattle lebt von Big Plays, Heimstärke und Emotionen, San Francisco von Disziplin, Tiefe und Playoff-Routine. Dieses Spiel fühlt sich an wie ein Conference Final im Januar – laut, physisch und bis zum letzten Drive offen.



Houston Texans (13–5) @ New England Patriots (15–3) – AFC Divisional Round

Sonntag, 21:00 MEZ – RTL / DAZN / GAMEPASS

Dieses Duell verbindet zwei sehr unterschiedliche Playoff-Geschichten – und genau das macht es so spannend.

Die New England Patriots sind zurück auf der großen Bühne. Mit dem kontrollierten 16:3-Sieg gegen die Chargers feierte die Franchise ihren ersten Playoff-Erfolg seit Super Bowl LIII (2019). Es ist der nächste Meilenstein im neuen Kapitel nach der Brady-Ära – und gleichzeitig ein Ort, an dem Geschichte fast automatisch mitschwingt.

Die Houston Texans dagegen schreiben ihre Geschichte gerade erst. Mit dem klaren 30:6-Auswärtssieg in Pittsburgh feierten sie den ersten Road-Playoff-Sieg der Franchise-Geschichte und stehen nun zum dritten Mal in Folge in der Divisional Round – länger war Houston noch nie am Stück so spät in der Saison vertreten.

See you in the Divisional Round.

Texans & Patriots Sunday at 3:00 PM on ESPN/ABC. pic.twitter.com/Rb44R29lCB

— New England Patriots (@Patriots) January 13, 2026

Historie: Vorteil New England

Ein Blick auf die Zahlen spricht zunächst klar für die Patriots:

  • Acht Divisional-Playoff-Siege in Serie (2012–2019) – NFL-Rekord
  • Zwei Playoff-Siege gegen Houston (2012 & 2016, beide in Foxborough)

Doch diese Texans sind ein anderes Team als früher. Ein Sieg am Sonntag würde Houston erstmals überhaupt in ein Conference Championship Game bringen – ein echter Franchise-Moment.

Das letzte direkte Duell: Ein Fingerzeig?

Ganz ohne Vorgeschichte geht es trotzdem nicht. In Week 6 der Saison 2024 schlug Houston New England deutlich mit 41:21.
Besonders bemerkenswert:

  • C.J. Stroud und Drake Maye warfen jeweils drei Touchdown-Pässe
  • Es war Mayes erstes NFL-Startspiel – und gleichzeitig der Beginn seiner rasanten Entwicklung

Seitdem hat sich viel getan, vor allem defensiv bei New England.

Jugend gegen Playoff-Tradition.

Houston kommt mit Selbstvertrauen, Tempo und der vielleicht besten Defense der AFC in die Party, doch in Foxborough wartet ein Team, das genau für diese Spiele gebaut ist. Für die Texans geht es um den nächsten Schritt der Franchise, für New England um die Rückkehr ganz nach oben – Geduld und Nerven werden hier entscheidend sein.



Los Angeles Rams (13–5) @ Chicago Bears (12–6) – NFC Divisional Round

In der Nacht von Sonntag auf Montag, 00:30 MEZ – RTL / DAZN / GAMEPASS

Ein Duell mit Geschichte, Comeback-DNA und zwei Teams, die gerade erst bewiesen haben, dass sie unter Playoff-Druck ihr bestes Football zeigen können. Wenn die Chicago Bears die Los Angeles Rams empfangen, treffen Momentum und Erfahrung frontal aufeinander.

Chicago: Historisches Comeback als Initialzündung

Die Bears kommen mit maximalem Selbstvertrauen in dieses Spiel. Gegen Green Bay drehten sie einen 18-Punkte-Rückstand – das größte Playoff-Comeback der Franchise-Geschichte. Dazu erzielte Chicago 25 Punkte im vierten Viertel, der dritthöchste Wert in einem einzelnen Playoff-Spiel überhaupt.
Es war zugleich der erste Postseason-Sieg seit 2011 – ein emotionaler Befreiungsschlag, der Soldier Field wieder zum Hexenkessel gemacht hat.

Chicago jagt nun Historie:
Mehrere Heim-Playoff-Siege in einer Saison gelangen den Bears in der Super-Bowl-Ära bislang nur 1985 und 2006. Ein Sieg am Sonntag würde sie erneut in diesen exklusiven Kreis bringen.

Rams: Auswärtsstark und eiskalt

Auch die Rams reisen mit Rückenwind an. Der 34:31-Sieg in Carolina war der erste Road-Playoff-Erfolg seit 2022 und ein weiterer Beleg für die Abgezocktheit dieses Teams.
Los Angeles kann mit einem weiteren Auswärtssieg zum dritten Mal in der Franchise-Historie mehrere Road-Games in einer Postseason gewinnen (nach 1979 und 1989).

Sunday Night Football in Chicago 🤩

— Chicago Bears (@ChicagoBears) January 13, 2026

Ein Playoff-Duell nach 40 Jahren

Zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten stehen sich Bears und Rams wieder in den Playoffs gegenüber. Die Bilanz der bisherigen Duelle ist ausgeglichen:

  • 1950 Divisional Playoffs: Rams besiegen Bears (24:14)
  • 1985 NFC Championship Game: Bears gewinnen 24:0 – und holen später Super Bowl XX

Nun folgt Kapitel drei – unter völlig neuen Vorzeichen, aber mit ähnlich großer Tragweite.

Momentum trifft auf Heimfestung.

Chicago kommt mit Rückenwind, Selbstvertrauen und einer Defense, die Spiele drehen kann, während die Rams mit Erfahrung, Kreativität und einem Quarterback antreten, der genau weiß, wie man solche Momente nutzt. Ein Spiel, in dem ein einziger Turnover oder ein Playcall das gesamte Wochenende kippen kann.



Fazit – NFL Playoffs Divisional Round

Die Divisional Round der NFL Playoffs 2026 verspricht genau das, was dieses Wochenende seit Jahren so besonders macht: die besten Teams, die besten Quarterbacks und Football auf absolutem Topniveau. Nach einer Wild Card Round voller Dramatik, Comebacks und späten Game-Winnern bleiben nun nur noch acht Teams übrig – und jedes einzelne davon hat realistische Chancen auf den Super Bowl in Santa Clara.

Ob junge Quarterbacks im zweiten NFL-Jahr, die bereits Geschichte schreiben, oder erfahrene Playoff-Veteranen wie Matthew Stafford, die noch einmal alles in die Waagschale werfen – diese Divisional Round steht sinnbildlich für den Generationenwechsel auf der größten Bühne des Sports. Jeder Drive zählt, jeder Fehler kann das Aus bedeuten.

Besonders stark aus deutscher Sicht: Alle Spiele sind frei empfangbar, gleichzeitig gibt es mit Pay-TV, Game Pass und englischem Originalkommentar mehr Auswahl denn je. Egal ob du lieber deutsches Expertenwissen, US-Broadcast-Atmosphäre oder die Coaches-Filmperspektive bevorzugst – so flexibel war Playoff-Football noch nie.

Kurz gesagt:
Ein Wochenende, vier Spiele, maximale Spannung.
Egal ob Couch, Beamer, Smartphone oder Second Screen – what a time to be alive.
Die Road to Santa Clara ist voll im Gange – und dieses Divisional-Wochenende ist Pflichtprogramm für jeden Football-Fan.