Patriots Head Coach Mike Vrabel im Austausch mit Quarterback Drake Maye – vor dem Super Bowl steht die Offensive New Englands besonders im Fokus.
Patriots Head Coach Mike Vrabel im Austausch mit Quarterback Drake Maye – vor dem Super Bowl steht die Offensive New Englands besonders im Fokus. | Quelle: IMAGO / Newscom World

Für Drake Maye schließt sich ein bemerkenswerter Kreis. Als Jugendlicher verfolgte er den Super Bowl 50 von den Rängen in Santa Clara, nun kehrt er an denselben Ort zurück – als Starting Quarterback der New England Patriots und zentrale Figur im größten Spiel seiner bisherigen Karriere.

Nach dem knappen 10:7-Erfolg im AFC Championship Game gegen Denver überwog zunächst die Erleichterung. Gleichzeitig ist intern klar: Will New England im Super Bowl gegen Seattle bestehen, muss sich die Offense steigern.


Starker Herbst, schwieriger Winter für Drake Maye und Co.

Maye spielte eine herausragende Regular Season und führte die NFL mit großem Abstand im QBR an. Nicht ohne Grund gilt er – neben Matthew Stafford – als einer der Top-Kandidaten im MVP-Rennen.

In den Playoffs ist dieser Wert jedoch spürbar gesunken. Das liegt weniger an einem individuellen Leistungsabfall als am Kontext: Die Patriots trafen bislang ausschließlich auf defensivstarke Gegner und bewegen sich durch eines der anspruchsvollsten Playoff-Programme der jüngeren NFL-Geschichte.

Mit den Seattle Seahawks wartet nun die nächste – und womöglich größte Herausforderung. Keine Defense ließ in der Regular Season weniger Punkte zu. Ein Patriots-Sieg hätte historische Dimensionen: Noch nie hat ein Team vier Top-10-Defenses in einer Postseason bezwungen.


Effizienz bleibt der Knackpunkt

Gegen Denver war das Angriffsspiel stark wetterabhängig und phasenweise bewusst konservativ angelegt. Mayes Laufspiel wurde zum entscheidenden Faktor, doch insgesamt fehlte der Offense über längere Strecken Rhythmus und Durchschlagskraft.

Besonders auffällig waren:

  • eine schwache Third-Down-Quote
  • mangelnde Effizienz in der Red Zone
  • eine niedrige Punktausbeute über mehrere Playoff-Spiele hinweg

Head Coach Mike Vrabel formulierte es entsprechend nüchtern: Um am Ende ganz oben zu stehen, müsse man in allen offensiven Bereichen zulegen. Die Zahlen unterstreichen diese Einschätzung – New England punktet bislang ungewöhnlich wenig für ein Super-Bowl-Team.


Körperliche Belastung, mentale Klarheit

Hinzu kommt die physische Komponente. Maye musste in den vergangenen Wochen zahlreiche Hits einstecken und verließ das Championship Game angeschlagen. Größere Sorgen macht er sich daraus jedoch nicht.

Die zweiwöchige Pause vor dem Super Bowl sieht er als Chance zur Regeneration – körperlich wie mental.


Der letzte Schritt

Die Patriots haben sich mit Disziplin, Defense und Spielkontrolle bis ins Endspiel gearbeitet. Der letzte Schritt erfordert nun mehr offensive Präzision.

Maye weiß das. Vrabel weiß es auch.

Der Super Bowl bietet die Gelegenheit, aus einer funktionierenden Mannschaft ein vollständiges Team zu machen – oder an den eigenen Grenzen zu scheitern.

Am Ende läuft alles auf eine zentrale Frage hinaus:
Kann die Patriots-Offense im wichtigsten Spiel der Saison ihr bestes Gesicht zeigen?