Raiders-Star Maxx Crosby während eines Spiels für Las Vegas – zuletzt sorgten Gerüchte über ein mögliches Interesse an den Patriots für Diskussionen rund um seine Zukunft.
Raiders-Star Maxx Crosby während eines Spiels für Las Vegas – zuletzt sorgten Gerüchte über ein mögliches Interesse an den Patriots für Diskussionen rund um seine Zukunft. | Quelle: IMAGO / ZUMA Press Wire

Während sich die NFL-Welt auf den Super Bowl LX fokussiert, sorgt abseits des Spielfelds ein Name für Aufsehen: Maxx Crosby.
Die Aussage von Insiderin Diana Russini, Crosby habe ihr gegenüber mehrfach betont, dass er „für Mike Vrabel spielen möchte“, verbindet den Star-Pass-Rusher plötzlich mit den New England Patriots.

Eine explosive Kombination – zumindest auf dem Papier.

Doch wie belastbar ist dieses Szenario wirklich?

Unruhe in Las Vegas – oder normale Frustration?

Russini schob ihrer Aussage eine weitere Beobachtung nach: Crosby wirke „nicht besonders glücklich“ bei den Las Vegas Raiders.
Diese Einschätzung fällt in eine Saison, die sportlich kaum schwerer hätte verlaufen können. Ein 3–14-Record, strukturelle Unsicherheit und ein Franchise im Umbruch erzeugen zwangsläufig Spannungen – selbst bei Identifikationsfiguren.

.@DMRussini suggests that Raiders DE Maxx Crosby could be a target for the #Patriots if he requests a trade:

“Maxx Crosby doesn’t seem too happy in Las Vegas… I know he wants to play for Mike Vrabel. He’s told me before.”

(🎥 @ZoandBertrand)pic.twitter.com/TeRL9Ftxst

— Carlos A. Lopez (@LosTalksPats) February 4, 2026

Hinzu kommt Crosbys öffentlich sichtbare Frustration darüber, dass er die letzten beiden Saisonspiele mit einer Knieverletzung aussetzen musste. Doch der Spieler selbst bemühte sich um Deeskalation: Er sei weiterhin im Facility gewesen, fokussiere sich auf Reha, Arbeit und Team.

Das ist kein Abgesang – sondern eher das, was man von einem ultra-kompetitiven Profi erwartet.

Leistung, Marktwert und Realität

Unstrittig ist: Elite-Edge-Rusher gehören zu den wertvollsten Assets der NFL.
Neben Quarterbacks gibt es kaum eine Position, die finanziell und strategisch ähnlich hoch bewertet wird. Crosby steht exemplarisch dafür:

  • 69,5 Sacks in 110 Spielen
  • konstante Verfügbarkeit
  • emotionale Leaderrolle
  • Spielstil, der Kultstatus erreicht hat

Genau deshalb würde ein möglicher Trade Schlagzeilen produzieren. Doch ebenso genau deshalb wäre er extrem teuer – sportlich wie finanziell.

Vertrag gegen Gerücht

Ein zentraler Punkt, der in vielen Diskussionen untergeht:
Crosby hat erst kürzlich bei den Raiders verlängert.

3 Jahre, 106,5 Millionen Dollar – davon 91,5 Millionen garantiert.

Natürlich kann ein Spieler trotz Verlängerung getradet werden. Das ist kein Novum. Aber: Vertragsabschlüsse dieser Größenordnung sind in der Regel Commitment-Statements beider Seiten.

Wer ernsthaft einen Abgang plant, unterschreibt nicht kurz zuvor einen derart massiven Deal – zumindest nicht ohne strategischen Grund.

Mike Vrabel als Projektionsfläche

Der Wunsch, unter Mike Vrabel zu spielen, ist dennoch nachvollziehbar. Vrabel steht für Defensive Identity, physisches Football-Denken und klare Hierarchien – genau das Umfeld, in dem Crosby maximal zur Geltung käme.

Aber:
Ein Wunsch ist keine Wechselabsicht.
Und Bewunderung ist kein Trade-Request.

Gerade während der Super-Bowl-Woche entstehen solche Narrative schneller, als sie belastbar überprüfbar sind.

Blick nach vorn: Warum Crosby bleiben könnte

Las Vegas steht vor einem Neustart – und der hat Substanz.
Mit dem mutmaßlichen Top-Pick 2026, Quarterback Fernando Mendoza, könnte ein echter Reboot beginnen. Ein junges Gesicht, Hoffnung, Entwicklung.

Selbst für einen Star in einem 3–14-Team ist das ein Argument zu bleiben.

Denn Crosby war nie der Typ für den schnellen Exit. Seine bisherigen Aussagen, sein Auftreten und seine Vertragsentscheidungen sprechen eher für Frustration über Niederlagen, nicht für Flucht aus Verantwortung.

Fazit: Viel Rauch, wenig Feuer

Die Verbindung Crosby–Patriots–Vrabel ist spannend, logisch und medial dankbar.
Aber aktuell ist sie vor allem eines: ein Gerücht ohne konkrete Bewegung.

Wer aus einzelnen Zitaten sofort einen Trade konstruiert, verkennt:

  • den Vertragsstatus
  • Crosbys bisherige Loyalität
  • die ökonomische Realität eines solchen Deals

Bis etwas Substanzielles passiert, gilt: ruhig bleiben.

Oder anders gesagt:
Nicht jeder Wunsch nach einem Coach ist gleich ein Abschiedsbrief an das eigene Franchise.