Die Los Angeles Rams sind holprig in die Saison gestartet und Coach McVay gibt sich ungewohnt gereizt.
Die Los Angeles Rams sind holprig in die Saison gestartet und Coach McVay gibt sich ungewohnt frustriert. | Quelle: IMAGO / Icon Sportswire

Die Erwartungen an die Los Angeles Rams waren vor Beginn der NFL-Saison 2026 hoch. Mit einem erfahrenen Kader, einem der angesehensten Head Coaches der Liga und dem amtierenden MVP Matthew Stafford galt Los Angeles für viele Experten erneut als ernstzunehmender Playoff-Kandidat. Doch nach den ersten Wochen lautet die Realität: Die Rams sind alles andere als überzeugend gestartet.

Besonders die jüngste Niederlage gegen die Denver Broncos hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Rams verspielten eine komfortable Führung und verloren am Ende ein Spiel, das sie eigentlich hätten gewinnen müssen. Noch auffälliger war allerdings die Reaktion von Sean McVay. Der normalerweise eloquente Coach hielt seine Pressekonferenz ungewöhnlich kurz und zeigte sich sichtbar frustriert.

Die große Frage lautet nun: Was läuft bei den Rams schief?

Rams-Headcoach Sean McVay wirkt ungewohnt frustriert

Wer Sean McVay kennt, weiß, dass der Rams-Coach normalerweise sehr offen über Siege, Niederlagen und taktische Entscheidungen spricht. Nach der Niederlage gegen Denver fiel das jedoch anders aus. Seine Medienrunde dauerte nur rund anderthalb Minuten und beinhaltete kaum detaillierte Erklärungen zur zweiten Halbzeit. Beobachter werteten dies als deutliches Zeichen seiner Enttäuschung.

Dabei hatte Los Angeles die Partie lange unter Kontrolle. Nach einer starken ersten Halbzeit schien alles auf einen wichtigen Auswärtssieg hinauszulaufen. Doch wie schon mehrfach in den vergangenen Jahren verlor die Mannschaft nach der Pause ihren Rhythmus.

Für McVay dürfte besonders frustrierend sein, dass viele Probleme hausgemacht waren.

Sean McVay provided some perspective on the Rams' last-minute loss to the Broncos 😅 pic.twitter.com/USP7wStjRx

— Yahoo Sports (@YahooSports) September 28, 2026

Die Rams Offensive bricht regelmäßig ein

Auf den ersten Blick wirkt die Rams-Offense gar nicht schlecht.

Gegen Denver brachte Matthew Stafford über 400 Passing Yards sowie zwei Touchdowns auf das Statistikblatt. Receiver Davante Adams lieferte ebenfalls eine starke Leistung ab. Trotzdem erzielte Los Angeles nach einer starken Anfangsphase zu wenig Punkte, um das Spiel zu entscheiden.

Das eigentliche Problem lag im Verlauf der Partie.

Die Broncos erhöhten den Druck auf Stafford, das Laufspiel kam nahezu zum Erliegen und die Offensive verlor komplett ihren Rhythmus. Besonders in der zweiten Halbzeit fehlten die erfolgreichen Drives, die notwendig gewesen wären, um die Führung auszubauen.

Hinzu kam eine folgenschwere Interception von Stafford im Schlussviertel, die Denver zusätzliches Momentum verschaffte. Selbst ein Elite-Quarterback kann sich solche Fehler leisten. Wenn die gesamte Mannschaft jedoch bereits wackelt, werden sie umso teurer.

Denver’s defense just turned one mistake into the game’s loudest moment.

Hufanga returned an interception for a Denver touchdown against Los Angeles.

Now the Rams must answer a sudden swing created without their offense on the field.pic.twitter.com/gdtRq9m5B5

— Ahmad Shah Mohibi (@WarGuy_) September 28, 2026

Die alte Diskussion um die Vorbereitung ist zurück

Ein weiterer Kritikpunkt begleitet die Rams bereits seit Jahren.

Sean McVay ist bekannt dafür, seine Starter in der Preseason nur sehr selten einzusetzen. Ziel ist es, Verletzungen zu vermeiden und die wichtigsten Spieler frisch in die Saison zu schicken. Kritiker argumentieren jedoch schon länger, dass genau diese Strategie zu den wiederkehrenden Fehlstarts beiträgt.

Tatsächlich fällt auf, dass Los Angeles in den vergangenen Jahren regelmäßig Zeit benötigte, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Analysten sehen deshalb einen möglichen Zusammenhang zwischen begrenzten Spielreps im August und einem Mangel an Rhythmus in den ersten Saisonwochen.

Natürlich lässt sich das nicht eindeutig beweisen. Dennoch taucht die Diskussion mittlerweile beinahe jedes Jahr wieder auf.

Das Laufspiel liefert zu wenig Unterstützung

Ein weiterer Faktor betrifft die Balance der Offense.

Gegen Denver gelang es den Broncos, das Laufspiel um Kyren Williams weitgehend unter Kontrolle zu halten. Dadurch musste die Offense immer stärker auf Staffords Arm vertrauen. Gerade in engen Spielen macht sich eine fehlende Laufspielgefahr häufig bemerkbar.

Die Folge: Mehr offensichtliche Passsituationen, mehr Druck auf den Quarterback und eine höhere Fehleranfälligkeit.

Für ein Team, das eigentlich zu den komplettesten Offenses der NFC gehören möchte, ist das ein Warnsignal.

Probleme in den entscheidenden Momenten

Noch auffälliger als die Statistiken ist jedoch ein anderes Muster.

Die Rams haben bislang Schwierigkeiten, Spiele konsequent zu Ende zu bringen. Gegen Denver hatten sie mehrfach die Gelegenheit, die Partie endgültig zu entscheiden. Stattdessen schlichen sich Strafen, verpasste Chancen und fehlende Konstanz ein.

Solche Details entscheiden in der NFL häufig über Sieg und Niederlage.

Besonders gegen gute Gegner reicht es nicht, drei Viertel lang überzeugend zu spielen. Erfolgreiche Teams liefern ihre besten Aktionen meist genau dann, wenn der Druck am größten wird. Genau dort hatten die Rams zuletzt Probleme.

Die Defense ist nicht das Hauptproblem, aber auch nicht fehlerfrei

Defensiv gibt es ebenfalls Licht und Schatten.

Spieler wie Aaron Donald sorgen weiterhin für Druck, doch an anderer Stelle fehlen wichtige Beiträge. Gegen Denver gelang es Los Angeles nicht konstant genug, den Quarterback unter Druck zu setzen oder kritische Third Downs zu verhindern.

Insbesondere das Fehlen zusätzlicher Pass-Rush-Produktion machte sich bemerkbar. Zwar liefert die Defense weiterhin viele gute Sequenzen, doch sie konnte die schwächeren Offensivphasen nicht dauerhaft kompensieren.

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Fazit von der Couch: Noch keine Panik, aber echte Warnsignale

Die Saison der Los Angeles Rams ist keineswegs verloren. Dafür ist es noch viel zu früh.

Trotzdem gibt es Gründe für Sorgenfalten. Die Mannschaft zeigt erneut Anzeichen eines langsamen Saisonstarts, die Offense verliert in wichtigen Phasen ihren Rhythmus und mehrere knappe Situationen wurden bislang nicht erfolgreich gemeistert.

Vor allem die ungewöhnlich kurze und frustrierte Reaktion von Sean McVay macht deutlich, dass die Verantwortlichen die Situation sehr wohl ernst nehmen.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Rams lediglich einen holprigen Start erwischt haben oder ob sich hinter den Niederlagen tiefere strukturelle Probleme verbergen. Eines steht jedoch fest:

Für ein Team mit den Ansprüchen der Rams fühlt sich dieser Saisonstart deutlich schlechter an, als es der bloße Blick auf die Bilanz vermuten lässt.