Matthew Stafford, Taylor Swift und ein Musikvideo: Diese Kombination klingt zunächst nach einem schlechten Scherz, ist aber Realität. Der Quarterback der Los Angeles Rams hat einen Cameo-Auftritt in Swifts Video zu „Patient Zero“. Und der Auftritt hat mehr Hintergrund, als man auf den ersten Blick denkt.

Man ist als NFL-Fan ja einiges gewohnt, aber damit rechnet niemand. Der Super Bowl LVI-Champion und amtierende NFL MVP zeigt sich plötzlich auf dem Bildschirm einer der größten Popstars der Welt. Wer genau hinschaut, entdeckt Matthew Stafford auf einer Black-Tie-Veranstaltung, neben seiner Frau Kelly Stafford (2:25 min.).

Wer sonst noch im „Patient Zero“-Video auftaucht

Das Video ist prominent besetzt, zum Cast gehören unter anderem Colin Farrell, Dakota Johnson und Cara Delevingne. Mittendrin in der Black-Tie-Szene steht also Stafford, der im Ballsaal-Ambiente irgendwie noch erstaunlich entspannt wirkt. Auf Zack ist er offenbar auch abseits des Platzes.

Er ist dabei nicht der einzige Sportler in der Szene. Neben ihm lässt sich Jarret Stoll erkennen, der frühere Center der Los Angeles Kings und zweimalige Stanley-Cup-Sieger. Zwei Athleten aus Los Angeles in einem Pop-Video, das hat durchaus Charme.

Warum Stafford und Stoll in Swifts Video auftauchen

Wer sich über dieses Duo wundert, kennt die Vorgeschichte nicht. Die Staffords sind mit Taylor Swift und ihrem Mann, Chiefs-Tight-End Travis Kelce, befreundet. Dasselbe gilt für Stoll und seine Frau, die Moderatorin Erin Andrews.

Die Paare waren im Sommer gemeinsam bei der Hochzeit von Swift und Kelce im Madison Square Garden zu Gast. Auch dabei: Charissa Thompson und ihr Partner Steven Cundari. Cundari ist ebenfalls in der Black-Tie-Szene des Videos zu sehen, direkt neben Farrell.

Andrews und Thompson sind außerdem schon lange Fürsprecherinnen der Beziehung. Bereits bevor Swift und Kelce ein Paar wurden, hatten die beiden in ihrem Podcast „Calm Down“ dafür geworben, dass die Sängerin dem Chiefs-Star doch eine Chance geben solle. Man darf also sagen: Das Ganze ist eine echte Freundesrunde, kein Marketing-Gag.

Matthew Staffords Töchter als Hauptgrund für den Auftritt

Spannend ist auch die Motivation hinter dem Cameo. Stafford selbst erklärte, seine vier Töchter seien einer der Hauptgründe gewesen, dass er zugesagt habe. Swift habe der Familie ein besonderes Erlebnis ermöglichen wollen. Die Mädchen seien ohnehin große Fans der Sängerin.

Das passt zu dem, was Kelly Stafford schon 2024 erzählt hatte: Damals überraschten sie und Matthew ihre Töchter mit einem Besuch der „Eras Tour“ in New Orleans. Im Juni begleitete Kelly die Kinder außerdem zur Premiere von „Toy Story 5″ in Los Angeles, bei der Swift überraschend auftrat und ihren Song „I Knew It, I Knew You“ performte.

Der Song zum Video sei bei den Staffords inzwischen Dauerbrenner, berichtete der Quarterback. Auf der Fahrt zum Soccer-Training hätten die Töchter ihn gebeten, das Lied zu spielen, sodass es auf Repeat lief. Ein sympathischer Einblick in den Alltag eines MVP.

Stafford über Swifts Arbeitsweise und seine „Acting Chops“

Der Rams-Quarterback zeigte sich beeindruckt von seinem Einblick in Swifts kreativen Prozess. Es sei für ihn und Kelly, aber vor allem für die Kinder, ein besonderer Moment gewesen. Swift habe gewissermaßen Regie geführt, produziert, geschrieben und live geschnitten, alles gleichzeitig. Das sei beeindruckend gewesen.

Selbstironie hat Stafford dabei auch: So etwas habe er noch nie gemacht und werde es angesichts seiner schauspielerischen Fähigkeiten wohl auch nie wieder tun. Aber es sei ein toller Tag gewesen. Wer Stafford aus Pressekonferenzen kennt, weiß, dass dieser trockene Humor typisch für ihn ist.

Das Easter Egg: Hatte Swift den Auftritt schon angedeutet?

Bei Swift ist bekanntlich selten etwas Zufall. Die Fans haben nun auch eine Easter-Egg-Spur gefunden, die zu den Emmys führt. Dort war die Sängerin bei den 87th Emmy Awards in einem vorab aufgezeichneten Sketch zu sehen. Mit dabei: ihre Katze Olivia Benson und Moderatorin Mariska Hargitay, die in „Law & Order: Special Victims Unit“ die gleichnamige Figur spielt.

In dem Sketch sprach Swift in die Kamera und ließ eine kryptische Botschaft fallen. Gesucht werde etwas, das sich „im Plain Sight“ verstecke, und dann folgte eine Aneinanderreihung rätselhafter Begriffe: ein Zuckerwort, das Sternzeichen Widder, ein Weinberg sowie die Himmelsrichtungen Nord oder Süd.

Nach dem Stafford-Reveal ergibt das Ganze plötzlich Sinn:

  • Das Aries-Symbol steht für den Widder, englisch Ram, also das Maskottchen der Rams.
  • Das Zuckerwort verweist auf Colin Farrells Rolle in der Serie „Sugar“.
  • Der „Weinberg“ ist die altfranzösische Übersetzung von Delevingne.
  • „Nord oder Süd“ spielt auf Dakota (Johnson) an.

Die Fans haben also ganze Arbeit geleistet, und Swift hat offenbar Monate im Voraus Hinweise gestreut.

Und die Tayvis-Hochzeitsfotos?

Eine Frage bleibt für die Swifties offen: Während es schon ein Stafford-Easter-Egg gibt, warten alle weiter auf die offiziellen Hochzeitsfotos von Swift und Kelce. „Tayvis“ ist der Spitzname des Paares in der Fan-Community. Wann die Bilder kommen, ist unklar. Geduld ist gefragt.

Meinung von der Couch

Ich muss ehrlich sein: Als bekennender Swifty feiere ich so ein kleines NFL-Crossover natürlich ab. Wenn zwei Welten aufeinandertreffen, die ich ohnehin liebe, ist das für mich ein kleines Fest. Und dass Swift dabei auch noch ein Easter Egg versteckt hat, passt perfekt zu ihr.

Aber auch abseits meiner Fan-Brille gefällt mir die Geschichte. Football-Stars sind eben auch nur Menschen mit Familie, Freunden und Kindern, die Popmusik hören. Dass Stafford sich für seine Töchter in ein Musikvideo stellt, zeigt eine Seite, die man sonst selten sieht. Dass er sich dabei nicht zu ernst nimmt, macht ihn für mich nur sympathischer.

Und wenn der Quarterback, der in der Pocket meist die Ruhe selbst ist, am Set zugibt, dass seine Schauspielkarriere wohl bei diesem einen Cameo bleibt, sagt das viel über seinen Charakter aus. Mein Tipp: Bei Swift sollte man künftig auch NFL-Hinweise im Blick behalten. Die nächste Spur ist sicher schon gelegt.