
Der Stuttgarter Fullback wird neuer Football-Experte bei RTL Deutschland. Für deutsche Football-Fans ist Jakob Johnson bei RTL eine spannende Personalie, denn mit ihm kommt jemand, der die NFL von innen kennt. Der 31-Jährige bestritt im Dezember 2025 sein bislang letztes NFL-Spiel und ist aktuell ohne Team. Seine Karriere hat er offiziell nicht beendet.
Sideline-Debüt bei den Raiders
Johnson soll künftig an zwei Orten zum Einsatz kommen: im Kölner Studio und direkt aus den NFL-Stadien in den USA. Seine Premiere steht schon fest. Am 4. Oktober begleitet er das Duell der Kansas City Chiefs bei den Las Vegas Raiders als Sideline-Experte im Allegiant Stadium. Dort fängt er Stimmen und Eindrücke direkt am Spielfeldrand ein.
Die Wahl des Debütortes dürfte kein Zufall sein. Johnson stand selbst für die Raiders auf dem Feld und kennt das Stadion und die Franchise aus der Spielerperspektive. Für einen Sideline-Reporter ist das ein Vorteil. Wer den Spielfeldrand aus eigener Erfahrung kennt, weiß, worauf es dort ankommt und welche Fragen sich lohnen.
Am 18. Oktober folgt dann der erste Einsatz im Kölner Studio. Dort soll er seine Football-Expertise einbringen, wenn es um Einordnung und Analyse geht.
Sieben Jahre NFL: Jakob Johnsons Karriere
Johnson blickt auf sieben Spielzeiten in der NFL zurück. In der vergangenen Saison stand der gebürtige Stuttgarter bei den Houston Texans unter Vertrag. Im Dezember 2025 absolvierte er sein bislang letztes Spiel in der Liga. Neben den Texans spielte er in seiner Karriere für die New England Patriots, die New York Giants und die Las Vegas Raiders.
Der Durchbruch gelang ihm 2019 über das International Player Pathway Program. Das Programm soll Talenten außerhalb der USA den Weg in die NFL ebnen. Johnson kam darüber zu den Patriots. Ein Jahr später schrieb er Geschichte: Als erster Absolvent des Programms erzielte er in einem NFL-Spiel einen Touchdown. Für einen Fullback, dessen Job meist im Blocken und im Hintergrund liegt, ist ein Touchdown ohnehin etwas Besonderes. Für das Programm war es ein Meilenstein.
Kein Neuling vor dem Mikrofon
Ganz neu ist die Medienwelt für Johnson nicht. Durch verschiedene Podcast- und Medienformate kennen ihn deutsche Football-Fans seit Jahren auch abseits des Spielfelds. Bei RTL bringt er seine NFL-Erfahrung nun regelmäßig vor der Kamera ein. Dass er sich öffentlich ausdrücken kann und die Football-Sprache auf Deutsch übersetzen kann, hat er schon vor dem Wechsel gezeigt.
Tolle News! 👏
— René Bugner (@RNBWCV) September 27, 2026
Gleichzeitig wäre es mir natürlich lieber, wenn Jakob Johnson als Spieler auf dem Feld stehen könnte. pic.twitter.com/pDVxxxkMJb
Was der Wechsel für die NFL-Übertragungen bedeutet
RTL hat in der Saison 2026/27 einen Teil der NFL-Übertragungsrechte übernommen, gemeinsam mit Sky. Die Rechte lagen zuvor bei DAZN, das nun nur noch den NFL Game Pass anbietet. Für RTL ist die Verpflichtung eines erfahrenen NFL-Profis ein sinnvoller Baustein. Wer ein Free-TV-Publikum für Football begeistern will, braucht Gesichter, denen die Zuschauer die Spielbeurteilung abnehmen und die Football auch Einsteigern verständlich machen können.
Hinzu kommt der Vorteil der Doppelrolle. Ein Experte, der sowohl im Studio als auch an der Sideline arbeitet, kann die Eindrücke vom Spielfeldrand direkt in die Analyse mitnehmen. Das verbindet beide Perspektiven, die sonst oft getrennt voneinander stattfinden.
Meinung von der Couch
Ich finde die Personalie richtig stark. Ein Spieler mit sieben Jahren NFL-Erfahrung bringt etwas mit, das sich nicht antrainieren lässt: Er hat die Spielzüge, die Kabine und den Druck selbst erlebt. Das merkt man spätestens dann, wenn es um Details geht, die von der Couch aus kaum auffallen, etwa die Arbeit der Blocker oder die Abläufe im Special Team.
Dass Johnson ausgerechnet bei den Raiders debütiert, finde ich einen schönen Schachzug von RTL. Da kommt jemand zurück an einen Ort, an dem er selbst gespielt hat. Und als Fan freue ich mich, dass Football im deutschen Free-TV einen weiteren Experten bekommt, der nicht nur Statistiken vorliest, sondern erzählen kann, wie sich das Spiel auf dem Feld wirklich anfühlt.
Spannend wird, wie er sich im Studio schlägt. Die Sideline ist ein anderes Handwerk als die Analyse. Aber nach den Jahren in Podcasts und Medienformaten traue ich ihm das zu. Ich bin gespannt auf den 4. Oktober und danach auf den Studio-Auftritt am 18. Oktober.
Quelle: Pressemitteilung von RTL Deutschland (media.rtl.com) sowie Bericht von Football-Aktuell.