Green Bay Packers Head Coach Matt LaFleur steht nach dem enttäuschenden Saisonaus im Fokus – seine Zukunft an der Seitenlinie in Green Bay über 2026 hinaus ist offen.
Green Bay Packers Head Coach Matt LaFleur steht nach dem enttäuschenden Saisonaus im Fokus – seine Zukunft an der Seitenlinie in Green Bay über 2026 hinaus ist offen. | Quelle: IMAGO / Newscom World

Nach dem frühen Playoff-Aus und einer enttäuschenden Niederlage gegen die Chicago Bears steht bei den Green Bay Packers eine der zentralen Fragen der kommenden Offseason im Raum: Geht das Team auch 2026 mit Matt LaFleur als Head Coach in die Saison?

Die Diskussion ist weniger emotional als strukturell geprägt – und hängt eng mit der neuen Führungsstruktur der Franchise zusammen.


Die Ausgangslage: Vertrag, Struktur und neue Entscheidungsgewalt

Matt LaFleur steht noch bis einschließlich der Saison 2026 unter Vertrag. Gleiches gilt für General Manager Brian Gutekunst.
Mit Ed Policy hat Green Bay seit Juli einen neuen Teampräsidenten, der früh klargestellt hat, dass er sogenannte Lame-Duck-Saisons vermeiden möchte. Übersetzt heißt das: Entweder folgt zeitnah eine Vertragsverlängerung – oder eine Trennung wird zumindest realistisch geprüft.

Für LaFleur bedeutet das: Die kommende Offseason ist ein Bewertungszeitpunkt, kein Automatismus.


Die sportliche Bilanz: Stark, aber nicht überragend

Rein statistisch gehört LaFleur zu den erfolgreichsten aktiven Head Coaches der NFL:

  • 76-40-1 Regular-Season-Bilanz
  • Sechs Playoff-Teilnahmen in sieben Jahren
  • Zwei NFC Championship Games (2019, 2020)
  • Entwicklung von Jordan Love zum etablierten Starting Quarterback

Diese Zahlen sprechen für Kontinuität. Gleichzeitig ist festzuhalten: Seit 2020 blieb der ganz große Playoff-Erfolg aus. Zwei Wild-Card-Niederlagen in Folge und mehrere vorzeitige Playoff-Ausgänge haben das Narrativ entstehen lassen, dass Green Bay sportlich stagniert.


Die Saison 2025: Chancen vergeben

Besonders kritisch betrachtet wird der Saisonverlauf 2025. Die Packers präsentierten sich über weite Strecken konkurrenzfähig, ließen aber in entscheidenden Phasen Konstanz vermissen.

Mehrere Niederlagen nach Führungen, wiederkehrende Probleme in den Special Teams und mangelnde Disziplin in Schlüsselmomenten werfen Fragen auf – weniger nach Talent, mehr nach Detailarbeit und Spielmanagement.

Dabei spielte auch Verletzungspech eine Rolle, unter anderem bei Leistungsträgern in Offense und Defense. In der Gesamtbewertung wird dies berücksichtigt, ersetzt aber keine saubere Ausführung in den entscheidenden Wochen.


Verantwortung des Head Coaches – und ihre Grenzen

In der Analyse wird klar: Nicht alle Probleme lassen sich eindeutig dem Head Coach zuschreiben.
Gleichzeitig gilt in der NFL jedoch ein einfacher Grundsatz: Der Head Coach trägt die Gesamtverantwortung.

Wiederkehrende Fehler bei Clock Management, Kommunikation auf dem Feld oder Special Teams fallen langfristig in seinen Aufgabenbereich – unabhängig davon, wie die einzelnen Units personell aufgestellt sind.


Rückhalt aus der Kabine

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist der Rückhalt der Spieler. Führende Akteure wie Jordan Love oder Josh Jacobs haben sich öffentlich positiv über LaFleur geäußert und seine Führungsqualitäten betont.

Das spricht für eine stabile Beziehung zwischen Trainerstab und Team – ein Punkt, der bei einer Entscheidung über Kontinuität eine Rolle spielen dürfte.

Was spricht für eine Verlängerung?

  • Konstante Regular-Season-Erfolge
  • Stabile Quarterback-Entwicklung
  • Keine internen Unruhen
  • Klar erkennbare Spielphilosophie

Was spricht dagegen?

  • Ausbleibender Durchbruch in den Playoffs
  • Wiederkehrende Detailprobleme in wichtigen Spielen
  • Die Frage, ob ein neuer Impuls nötig ist, um den nächsten Schritt zu machen


Ausblick: Entscheidung mit Signalwirkung

Ob Matt LaFleur 2026 noch Head Coach der Packers ist, wird sich voraussichtlich in den kommenden Monaten entscheiden. Die Gespräche zwischen Teampräsident Ed Policy und der sportlichen Leitung dürften weniger von einem einzelnen Spiel, sondern von der Gesamtentwicklung der letzten Jahre geprägt sein.

Fest steht: Green Bay steht nicht vor einem Umbruch aus der Not heraus, sondern vor einer strategischen Richtungsentscheidung.
Kontinuität ist möglich – aber nicht alternativlos.

Die Packers werden abwägen müssen, ob Stabilität ausreicht oder ob sie den nächsten Schritt mit neuen Impulsen suchen.


Meinung von der Couch Quarterback:
In unserem Ranking NFL Head Coaches 2025 – Von Hot Seat bis Safe Space haben wir Matt LaFleur vor der Saison klar in die Kategorie „Safe“ eingeordnet – und an dieser Einschätzung halten wir fest. Die Packers haben die Baustellen der Vorsaison erkannt und den Kader gezielt verstärkt. Über weite Strecken spielte Green Bay stabilen Football, zudem hatte das Team mit Verletzungen auf Schlüsselpositionen zu kämpfen, was in der Gesamtbewertung nicht ignoriert werden darf.

Aus unserer Sicht wird LaFleur auch 2026 Head Coach der Green Bay Packers bleiben. Gleichzeitig ist klar: Der Kredit schrumpft. Die kommende Saison dürfte unter deutlich schärferer Beobachtung stehen – der Stuhl wackelt nicht akut, aber er ist definitiv nicht mehr bombenfest.


LIVE: Head Coach Matt LaFleur speaks to the media🎙️
https://t.co/Vmmst9xXiD

— Green Bay Packers (@packers) January 11, 2026