
Die New England Patriots stehen wieder im Super Bowl. In einem der ungewöhnlichsten AFC Championship Games der letzten Jahre setzten sich die Patriots in Denver mit 10:7 gegen die Broncos durch – bei eisigen Temperaturen, später starkem Schneefall und unter Bedingungen, die eher an klassischen Januar-Football erinnerten als an ein modernes Offensivfeuerwerk.
Es war kein schönes Spiel. Aber es war genau die Art von Spiel, die Championship-Teams gewinnen.
Schneeschlacht in Denver: Defense und Geduld entscheiden
Zum Kickoff zeigte das Thermometer -3 Grad Celsius, die Sonne schien noch über dem Mile High Stadium. Doch spätestens zur Halbzeit änderte sich das Bild: Schnee setzte ein, die Linien mussten freigeblasen werden, der Ball wurde rutschig – und jeder Drive wurde zum Überlebenskampf.
Beide Teams hatten sichtbar Probleme:
- Beide Kicker vergaben jeweils zwei Field Goals
- Drives versandeten häufig früh
- Ballkontrolle war wichtiger als Big Plays
In dieser Umgebung entwickelte sich ein Spiel, das weniger über Yardzahlen, sondern über Situationen, Fehlervermeidung und Feldposition entschieden wurde.
Broncos starten besser – doch verpassen das Absetzen
Die Broncos erwischten den besseren Start. Jarrett Stidham, erstmals Starter seit dem Ende der Saison 2023 und eingesprungen für den verletzten Bo Nix, setzte mit einem 52-Yard-Pass auf Marvin Mims Jr. direkt ein Ausrufezeichen.
Kurz darauf fing Courtland Sutton einen 6-Yard-Touchdown-Pass – 7:0 Denver.
.@SuttonCourtland for SIX!
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Doch dieser Drive sollte trügen. Denn statt nachzulegen, ließen die Broncos mehrere Chancen liegen. Besonders entscheidend:
Ein Fourth-and-1 an der New-England-14-Yard-Line im zweiten Viertel. Sean Payton entschied sich fürs Risiko – Stidham warf ungenau, Turnover on Downs.
Es war der Moment, an dem das Spiel kippte.
Patriots bleiben ruhig – und schlagen kurz vor der Pause zu
Die Patriots-Offense war in der ersten Hälfte nahezu unsichtbar.
Nur 72 Yards, vier First Downs, fünf Punts. Doch New England blieb geduldig – und wartete auf den Fehler.
Der kam kurz vor der Pause. Ein missglückter Rückwärts-Pass von Stidham landete in den Armen der Patriots-Defense, die New England an die Denver-12 brachte.
Zwei Spielzüge später nahm Drake Maye das Heft selbst in die Hand:
Ein 6-Yard-Keeper zum Touchdown – 7:7, kurz vor der Halbzeit.
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Ein klassischer Patriots-Moment: wenig Offense, aber maximale Ausbeute.
Der Drive des Spiels: 16 Plays durch den Schnee
Zu Beginn der zweiten Halbzeit, mittlerweile bei starkem Schneefall, lieferten die Patriots den entscheidenden Drive des Spiels.
- 16 Plays
- 64 Yards
- 9:30 Minuten Ballbesitz
Kein Tempo, keine Hektik – nur Runs, kurze Pässe und volle Kontrolle. Der Drive endete mit einem 23-Yard-Field Goal, das New England erstmals in Führung brachte: 10:7.
Es sollte die letzten Punkte des Spiels bleiben.
Defense schließt das Spiel – Gonzalez setzt den Schlusspunkt
Im letzten Viertel versuchten die Broncos alles, doch die Patriots-Defense übernahm endgültig das Kommando.
Mit 2:11 Minuten auf der Uhr kam der entscheidende Moment:
Christian Gonzalez fing einen Pass von Stidham ab und stoppte Denvers letzte realistische Chance.
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New England ließ danach keine Zweifel mehr aufkommen. Ein Lauf von Maye bei Third-and-5 brachte das nötige First Down – Victory Formation, Auswärtssieg, Super Bowl.
Drake Maye: Kein Glanz, aber maximale Wirkung
Die Zahlen von Drake Maye lesen sich unspektakulär:
- 86 Passing Yards
- 68 Rushing Yards
- 1 Rushing Touchdown
Doch genau diese Mischung machte den Unterschied. Maye spielte fehlerfrei, blieb ruhig im Chaos und traf die richtigen Entscheidungen. In seinem ersten AFC Championship Game führte er sein Team unter Extrembedingungen zum Sieg.
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Nicht zufällig sprach Maye nach dem Spiel fast ausschließlich über die Defense:
„Battle of the elements. How about the defense? I love each and every one of them.“
Historischer Sieg für New England – bittere Niederlage für Denver
Für die Patriots ist es der 12. Super-Bowl-Einzug der Franchise-Geschichte – und der 40. Playoff-Sieg, ein neuer NFL-Rekord.
Zugleich schreibt Head Coach Mike Vrabel Geschichte:
New England ist erst das dritte Team der Super-Bowl-Ära, das ein Conference Championship Game mit 10 Punkten oder weniger gewinnt.
WARRIORSSSSS pic.twitter.com/9Fxll1R9zg
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Für die Broncos bleibt eine bittere Erkenntnis:
Ein herausragender Jahrgang, 15 Siege, der First Seed – und doch fehlt am Ende ein letzter Schritt, um Sean Paytons Super-Bowl-Vorhersage wahr zu machen.
Fazit
Es war kein Spiel für Highlight-Clips.
Aber es war ein Spiel für Football-Puristen.
Die Patriots gewannen nicht, weil sie besser waren – sondern weil sie robuster, geduldiger und disziplinierter waren. In einer Schneeschlacht, in der jeder Fehler tödlich sein konnte, machte New England einen Fehler weniger.
Und genau das reicht manchmal, um in den Super Bowl einzuziehen.