
Für Cooper Kupp fühlte sich dieser Super-Bowl-Triumph anders an als jener vor vier Jahren – aber nicht weniger bedeutend. Damals war er bei den Los Angeles Rams der Super-Bowl-MVP, diesmal gewann er mit den Seattle Seahawks als Teil eines Teams, in dem er in seiner ersten Saison in Seattle auch eine neue, oft weniger glamouröse Rolle annahm.
Nach dem 29:13 gegen die Patriots sprach Kupp offen über ein Jahr, das ihn und seine Familie gefordert habe. Der Abschied aus Los Angeles – inklusive der Entlassung in der Offseason – sei schwer gewesen, und auch der Neustart bei einer neuen Organisation habe Anpassung verlangt. Gerade deshalb habe sich der Erfolg am Ende „noch mehr nach etwas angefühlt, das man festhalten muss“.
Kupp betonte, wie sehr ihn seine Familie durch die Saison getragen habe – und dass er in Seattle so viel Run Blocking gemacht habe wie nie zuvor, dabei aber erstaunlich viel Freude empfand. Vor allem die besondere Nähe innerhalb des Teams sei für ihn der Kern dieses Runs gewesen: echte Verbundenheit, gegenseitiger Glaube – und der Wille, dass der Nebenmann glänzt.
Historisch schreibt Kupp ebenfalls weiter: Er steht nun in einem exklusiven Kreis und ist neben Jerry Rice einer der wenigen Receiver, die mehrere Super Bowls gewonnen haben und zudem bereits als Offensive Player of the Year ausgezeichnet wurden.
Auf dem Feld war Kupp im Endspiel trotz vieler Targets solide präsent (sechs Catches für 61 Yards). Besonders wichtig wurde er in einer Phase, als Seahawks-Star Jaxon Smith-Njigba zwischenzeitlich angeschlagen raus musste und später zurückkehrte.
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Emotional wurde es, als Cooper Kupp nach dem Spiel über seine Kindheit im Bundesstaat Washington sprach. Schon als Junge war er bei Seahawks-Spielen im Stadion. Besonders tief eingebrannt hat sich ein Schneespiel im Jahr 2006 gegen Green Bay – jenes legendäre Monday-Night-Game, in dem Shaun Alexander die Packers mit 201 Rushing Yards dominierte.
Ausgerechnet Alexander war es, der Kupp nach dem Abpfiff auf dem Rasen von Levi’s Stadium umarmte und ihm gratulierte. Für Kupp ein perfekter „Full-Circle“-Moment – Vergangenheit und Gegenwart verschmolzen in einem Augenblick.
Kupp wurde anschließend noch persönlicher und blickte auf seine frühen Football-Erinnerungen zurück:
„Als ich klein war, war ich ein riesiger Seahawks-Fan. Jeden Sonntag ging es erst in die Kirche, danach nach Hause. Mein Dad machte Nachos, wir schalteten die Seahawks ein – das waren feste Rituale.“
Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, dass sich seine Fan-Karriere später leicht veränderte:
Als er merkte, dass seine Bettgehzeit oft genau mit dem Ende der Spiele zusammenfiel, sei aus dem Seahawks-Fan irgendwann ein „Overtime-Fan“ geworden.
Heute ist Kupp selbst Teil jener Geschichten, die Kinder in Washington irgendwann nostalgisch erzählen werden – diesmal nicht von der Couch, sondern vom Rasen der größten Bühne des Sports.
Mit 31 Angehörigen und Freunden vor Ort feierte Kupp am Ende vor allem mit seiner Frau Anna und den drei Söhnen: Die Lombardi Trophy in den Händen, mitten im Konfetti – und mit dem Gefühl, dass genau das der Grund war, warum er nach Seattle gekommen ist.
nothing sweeter than celebrating this moment with family 🥹 @CooperKupp pic.twitter.com/FPAr0MbRgx
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Quellen:
Seahawks kid Cooper Kupp seeks new Super Bowl memories
Seahawks’ Cooper Kupp reflects on his journey after winning another Super Bowl | The Seattle Times