
NFL Week 2 hält für einige der größten Namen der Liga die Chance auf historische Bestmarken bereit. Von den Chicago Bears, die nach einem furiosen Auftakt gleich mehrere Franchise- und NFL-Rekorde ins Visier nehmen, bis zu Routiniers wie Aaron Rodgers und Matthew Stafford, die sich in die ewigen Bestenlisten der Liga schreiben können – der zweite Spieltag der Saison 2026 verspricht spannende Nebenschauplätze abseits des reinen Spielausgangs.
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Chicago Bears jagen historische Bestmarken
Die Chicago Bears haben die Liga in Week 1 mit einer Machtdemonstration überrascht: 560 Scrimmage Yards, acht Scrimmage Touchdowns und 59 Punkte gegen die Konkurrenz. Damit zogen die Bears mit den 2019 Baltimore Ravens, den 1968 Dallas Cowboys und den 1963 Kansas City Chiefs gleich – nur die 1973 Atlanta Falcons erzielten in einem Saisonauftakt mehr Punkte.
Mit einem starken Auftritt gegen die Minnesota Vikings kann Chicago nun die 1968 Oakland Raiders (95 Punkte) als Team mit den meisten Punkten in den ersten beiden Saisonspielen der NFL-Geschichte überholen. Sollten die Bears zudem erneut mindestens 250 Passing Yards und 250 Rushing Yards verbuchen, wären sie das erste Team überhaupt mit dieser Kombination in zwei aufeinanderfolgenden Spielen.
Auch individuell hat Chicago einen Kandidaten für die Geschichtsbücher: Quarterback Caleb Williams hat seit seinem NFL-Debüt 2024 bereits 49 Touchdown-Pässe bei nur 13 Interceptions geworfen. Mit seinem 50. Touchdown-Pass könnte er sich neben Lamar Jackson (10 Interceptions) und Patrick Mahomes (13) als einer von nur drei Quarterbacks mit höchstens 15 Interceptions bei diesem Meilenstein einreihen. Im Backfield sorgen zudem Kyle Monangai und D’Andre Swift für Aufsehen – beide liefen in Week 1 über 100 Yards. Gelingt beiden das erneut, wären sie erst das zweite Running-Back-Duo eines Teams überhaupt mit dieser Bilanz in den ersten beiden Saisonspielen, nach John Cappelletti und Lawrence McCutcheon bei den 1976 Los Angeles Rams.
Alte Hasen: Rodgers und Stafford schreiben Geschichte
Pittsburghs Quarterback Aaron Rodgers bringt es seit seinem Liga-Einstieg 2005 auf 164 Siege in der Regular Season und liegt mit 528 Touchdown-Pässen auf Platz vier aller Zeiten. Mit einem Auswärtssieg bei den New England Patriots könnte er mit Ben Roethlisberger (165 Siege) gleichziehen und sich auf Platz fünf der ewigen Siegerliste vorschieben – hinter Tom Brady, Brett Favre, Peyton Manning und Drew Brees.
Auch Rams-Quarterback Matthew Stafford ist auf Rekordjagd. Mit zwei weiteren Touchdown-Pässen im Monday-Night-Duell gegen die New York Giants könnte er mit Philip Rivers (425 Touchdown-Pässe) gleichziehen und sich Platz sechs der All-Time-Liste sichern.
Mahomes nähert sich Manning und Wilson
Kansas Citys Patrick Mahomes hat in seiner Karriere bereits 95 Spiele mit mindestens zwei Touchdown-Pässen bestritten (Regular Season und Playoffs zusammengenommen) und kommt insgesamt auf 315 Touchdown-Pässe. Mit einer weiteren Zwei-Touchdown-Partie gegen die Indianapolis Colts könnte er Russell Wilson (317) bei den meisten Touchdown-Pässen in den ersten zehn Saisons eines Spielers einholen – nur Peyton Manning (327) liegt noch davor. Bei den besagten Spielen mit mindestens zwei Touchdown-Pässen könnte Mahomes zudem mit Manning (96 Spiele) gleichziehen; einzig Wilson (100) hat mehr solcher Auftritte vorzuweisen.
Derrick Henry auf Rekordjagd in Baltimore
Ravens-Running-Back Derrick Henry lief in Week 1 für 144 Yards und drei Touchdowns und zog dabei mit seinen inzwischen 125 Rushing Touchdowns an Hall-of-Famer Marcus Allen (123) vorbei – Platz drei der ewigen Bestenliste. Gelingt Henry gegen die New Orleans Saints erneut ein Mehrfach-Touchdown-Spiel, zieht er mit Randy Moss (37 solcher Spiele) gleich. Nur Jerry Rice (46), LaDainian Tomlinson (44) und Emmitt Smith (39) haben in der NFL-Geschichte mehr solcher Auftritte vorzuweisen.
McCaffrey knackt die 100-Touchdown-Marke
Christian McCaffrey von den San Francisco 49ers steht bei 98 Scrimmage Touchdowns in 113 Spielen. Gegen die Miami Dolphins kann er die 100er-Marke knacken und dabei Hall-of-Famer Jerry Rice (115 Spiele) als viertschnellsten Spieler der Super-Bowl-Ära zu dieser Bestmarke überholen. Nur Tomlinson (89), Emmitt Smith (93) und Shaun Alexander (96) waren schneller. Zusätzlich kann McCaffrey mit einem weiteren Touchdown-Catch Marshall Faulk (36 Touchdown Receptions) als Running Back mit den meisten Touchdown-Fängen der Super-Bowl-Ära überholen.
David Montgomery startet furios in Houston
David Montgomery erzielte in seinem Debüt für die Houston Texans gleich drei Scrimmage Touchdowns. Mit zwei weiteren gegen die Cincinnati Bengals würde er der sechste Spieler überhaupt mit mindestens fünf Scrimmage Touchdowns in den ersten beiden Spielen für ein neues Team – eine exklusive Liste, auf der sich unter anderem Kareem Hunt und Billy Sims finden.
Justin Jefferson überholt Hopkins
Minnesotas Justin Jefferson führt seit seinem Liga-Einstieg 2020 die NFL mit 8.572 Receiving Yards an. Mit 31 weiteren Yards gegen die Chicago Bears würde er DeAndre Hopkins (8.602) als Spieler mit den meisten Receiving Yards vor dem 28. Geburtstag überholen – hinter Hall-of-Famer Randy Moss (9.142) wäre er dann die Nummer zwei aller Zeiten.
Chris Olave will Historisches schaffen
Chris Olave von den New Orleans Saints kam in Week 1 auf 10 Receptions für karrierebeste 182 Yards. Sollte er gegen die Baltimore Ravens erneut mindestens zehn Catches und 100 Receiving Yards erzielen, wäre er erst der sechste Spieler der NFL-Geschichte mit dieser Bilanz in den ersten beiden Saisonspielen – eine Liste, auf der sich Namen wie Cooper Kupp und Puka Nacua finden.
T.J. Watt jagt die Pass-Rush-Legenden
Pittsburghs Linebacker T.J. Watt krönte sein starkes Week-1-Spiel mit zwei Sacks und einer Interception, die er zum Touchdown zurücktrug. Seit seinem Debüt 2017 hat Watt bereits 27 Spiele mit mindestens zwei Sacks vorzuweisen. Gelingt ihm gegen die New England Patriots ein weiteres solches Spiel, zieht er mit Hall-of-Famer Richard Dent (28) gleich. Nur Reggie White (38), Jared Allen (34), Simeon Rice (33) und Lawrence Taylor (31) haben in ihren ersten zehn Saisons mehr Zwei-Sack-Spiele vorzuweisen.
Meinung von der Couch
Was mich an diesen Zahlen am meisten begeistert, ist die Mischung aus jungen Wilden und altgedienten Legenden. Während sich die Bears mit Caleb Williams gerade als echte Wundertüte präsentieren, zeigen Rodgers und Stafford, dass Erfahrung in dieser Liga nach wie vor Gold wert ist. Besonders spannend finde ich das Rennen um die 100 Scrimmage Touchdowns von Christian McCaffrey – wenn er gesund bleibt, gehört er für mich zu den unterschätztesten Spielern seiner Generation. Und dass T.J. Watt sich langsam aber sicher in die Pass-Rush-Geschichtsbücher schreibt, sollte niemanden überraschen, der ihn in den letzten Jahren verfolgt hat. Week 2 hat also weit mehr zu bieten als nur die reinen Ergebnisse.
Quelle: Recherche der NFL Communications (Skylar Burg), veröffentlicht von der NFL.