Der Salary Cap basiert auf den Vorgaben des Collective Bargaining Agreement zwischen NFL und Spielergewerkschaft.
Der Salary Cap basiert auf den Vorgaben des Collective Bargaining Agreement zwischen NFL und Spielergewerkschaft. | Quelle: IMAGO / Imagn Images

Kaum ein Begriff fällt in der NFL-Offseason häufiger als Salary Cap. Sobald es um Free Agency, Vertragsverlängerungen oder spektakuläre Trades geht, dreht sich alles um Cap Space, Dead Money oder Restructures. Doch was steckt wirklich dahinter?

Der Salary Cap ist das finanzielle Fundament der NFL. Er reguliert, wie viel Geld jedes Team für Spielergehälter ausgeben darf – und sorgt damit für Wettbewerbsbalance innerhalb der Liga. Ohne dieses System wäre die sportliche Parität, für die die NFL bekannt ist, kaum möglich.


Was genau ist der Salary Cap?

Der Salary Cap ist eine jährlich festgelegte Obergrenze für Spielergehälter. Die NFL nutzt ein sogenanntes Hard-Cap-System. Das bedeutet: Kein Team darf die definierte Grenze überschreiten.

Die Höhe des Salary Caps wird im Collective Bargaining Agreement (CBA) zwischen Liga und Spielergewerkschaft festgelegt. Er orientiert sich an den Ligaeinnahmen. Steigen die Umsätze, steigt in der Regel auch der Cap.

Wichtig:
Der Salary Cap betrifft ausschließlich Spielergehälter – nicht Trainer, Personal oder Infrastruktur.


Warum gibt es den Salary Cap?

Ziel des Salary Caps ist die Wettbewerbsgleichheit. Er verhindert, dass finanzstarke Teams dauerhaft alle Top-Spieler verpflichten können.

Das System sorgt dafür, dass:

  • langfristige Dominanz einzelner Teams erschwert wird
  • kleinere Märkte konkurrenzfähig bleiben
  • Kader strategisch aufgebaut werden müssen

Der Salary Cap zwingt Teams zu langfristiger Planung. Verträge sind nicht nur sportliche, sondern auch finanzielle Entscheidungen.


Cap Space: Was bedeutet das?

Cap Space beschreibt den verfügbaren finanziellen Spielraum eines Teams unter dem Salary Cap.

Beispiel:
Liegt der Salary Cap bei 280 Millionen Dollar und ein Team hat bereits 250 Millionen gebunden, verbleiben 30 Millionen Cap Space.

Unverbrauchter Cap Space kann in die nächste Saison übertragen werden. Dieses Prinzip nennt man Carryover. Teams, die sparsam wirtschaften, werden also nicht bestraft.

Gleichzeitig müssen Teams bestimmte Mindestgrenzen erfüllen:

  • Mindestens 89 % des Caps pro Jahr
  • Im Vierjahresdurchschnitt mindestens 90–95 %

Damit verhindert die Liga künstliches Sparen über mehrere Jahre hinweg.


Was ist ein Cap Hit?

Der sogenannte Cap Hit (oder Cap Number) bezeichnet den Betrag, mit dem ein Spieler in einer bestimmten Saison gegen den Salary Cap zählt.

Ein Cap Hit setzt sich zusammen aus:

  • Base Salary
  • Anteilen eines Signing Bonus
  • Option- oder Roster-Boni
  • Wahrscheinlich zu erreichenden Leistungsboni

Ein Spieler mit einem 10-Millionen-Dollar-Cap-Hit belastet den Cap also um genau diesen Betrag – unabhängig davon, wie die Auszahlung strukturiert ist.


Dead Money: Die unsichtbare Belastung

Dead Money entsteht, wenn garantierte Vertragsbestandteile weiterhin gegen den Salary Cap zählen, obwohl der Spieler nicht mehr im Kader steht.

Das betrifft vor allem:

  • Noch nicht vollständig angerechnete Signing Bonuses
  • Garantierte Gehälter

Dead Money erklärt, warum Teams Spieler nicht einfach entlassen, obwohl deren Leistung nachlässt. Je höher die garantierten Summen, desto größer das finanzielle Risiko.

Ein Sonderfall sind sogenannte June-1-Cuts. Wird ein Spieler nach dem 1. Juni entlassen, kann das Dead Money auf zwei Jahre verteilt werden. Die Gesamtverpflichtung bleibt gleich, wird jedoch zeitlich gestreckt. Das Hauptziel besteht darin, finanzielle Flexibilität zu schaffen – insbesondere für Teams in einer schwierigen Salary-Cap-Situation, die ihre Draftpicks unterbringen müssen.


Top-51-Regel und Saisonumstellung

In der Offseason zählen nur die 51 höchsten Cap Hits eines Teams gegen den Salary Cap. Das gibt Teams Flexibilität bei der Kaderplanung.

Mit Beginn der Regular Season ändert sich die Berechnung:

  • Alle 53 Spieler des aktiven Rosters zählen
  • Practice Squad wird berücksichtigt
  • Spieler auf Injured Reserve fließen ein

Diese Umstellung führt oft zu kurzfristigen Anpassungen.


Wie steigt der Salary Cap?

Der Salary Cap basiert auf einem festgelegten Anteil der Ligaeinnahmen. Steigen TV-Deals, Streamingverträge und Sponsoringerlöse, erhöht sich in der Regel auch der Cap.

Über die letzten Jahre hat sich der Salary Cap kontinuierlich nach oben entwickelt – ein Spiegel der wirtschaftlichen Stärke der NFL.

Teams kalkulieren langfristig mit dieser Entwicklung. Verträge werden häufig so strukturiert, dass zukünftige, erwartete Cap-Erhöhungen berücksichtigt werden.

2026 wird der Salary Cap voraussichtlich erstmals über 300 Mio. USD liegen. Zum Vergleich: 2016 lag er noch bei rund 155 Mio. USD.


Strategische Bedeutung im Teamaufbau

Der Salary Cap ist kein Hindernis, sondern ein Steuerungsinstrument.

Er beeinflusst:

  • Vertragslaufzeiten
  • Garantien
  • Kaderbreite
  • Timing von Trades
  • Draft-Strategien

Erfolgreiche Franchises zeichnen sich nicht nur durch gutes Scouting aus, sondern auch durch intelligentes Cap-Management.

Ein schlecht strukturierter Vertrag kann über Jahre finanzielle Flexibilität kosten. Gleichzeitig ermöglicht kluge Planung aggressive Offseasons ohne langfristige Schäden.

👉 Wenn du tiefer in ein konkretes Beispiel des Salary Caps einsteigen möchtest, lies doch unseren Artikel: Big Spender in Philly: Revolutionieren die Eagles das Salary-Cap-Game?


Fazit: Der Salary Cap als Gleichgewichtssystem

Der Salary Cap ist das zentrale Steuerungsinstrument der NFL. Er reguliert Ausgaben, schafft Wettbewerbsgleichheit und zwingt Teams zu strategischem Denken.

Wer die Mechaniken von Cap Space, Cap Hit und Dead Money versteht, erkennt schnell, dass Personalentscheidungen in der NFL immer auch finanzielle Entscheidungen sind.

Der Salary Cap ist damit weit mehr als eine Zahl – er ist das ökonomische Fundament des modernen NFL-Footballs.



Im nächsten Schritt werfen wir einen detaillierten Blick auf die Struktur von NFL-Verträgen und erklären Signing Bonuses, Guarantees und Restructures im Detail.

Weitere Analysen findest du in unserer Kategorie NFL Basics auf Couch Quarterback.