
Die Tampa Bay Buccaneers und ihr Franchise-Quarterback gehen mit offenen Fragen ins Trainingslager. Eine Einigung auf einen neuen Vertrag ist vor dem Start der Saison 2026 nicht zustande gekommen – Baker Mayfield wird damit zur kommenden Free-Agency-Periode 2027 zum Unrestricted Free Agent. Zeit, einen Blick in die Glaskugel zu werfen und zu analysieren, welche Teams im kommenden Jahr Interesse an dem 31-jährigen Signal-Caller haben könnten, sollte er die Bucs tatsächlich verlassen.
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Keine Einigung in Tampa – das ist der Status quo
Monatelang hatten Mayfield und die Buccaneers über eine Vertragsverlängerung verhandelt, ohne dass ein Durchbruch gelang. Bereits im Juni hatte der Quarterback klargemacht, dass er sich vor Trainingslagerbeginn einigen wolle – ansonsten würde er die Gespräche ruhen lassen, um sich voll auf die Saison zu konzentrieren. Genau dieses Szenario ist nun eingetreten.
Laut übereinstimmenden US-Berichten bot Tampa Bay eine Zwei-Jahres-Verlängerung im Bereich von etwas mehr als 100 Millionen Dollar an. Mayfield selbst zeigte sich davon wenig begeistert und wählte deutliche Worte: Er fühle sich „disrespected“, also nicht ausreichend wertgeschätzt, nachdem er in den vergangenen Jahren geliefert habe. Sein Camp verweist dabei auf die Gehälter von Quarterbacks wie Jordan Love, Trevor Lawrence oder Brock Purdy, die allesamt jenseits der 50-Millionen-Dollar-Marke pro Jahr liegen.
Aktuell verdient Mayfield im Schnitt rund 33,3 Millionen Dollar pro Saison – solide, aber im Mittelfeld der NFL-Quarterback-Gehälter. Dabei hatte der Ex-Heisman-Trophy-Gewinner maßgeblichen Anteil daran, dass die Bucs nach dem Karriereende von Tom Brady nahtlos wieder zu einem Playoff-Team wurden: 2023 und 2024 führte er Tampa Bay jeweils in die Postseason, insgesamt steht er als Bucs-Starter bei einer Bilanz von 28-26 (Regular Season) sowie 1-2 in den Playoffs.
Sollte es bis zum Saisonende 2026 zu keiner Einigung kommen, bleibt den Buccaneers als letztes Mittel der Franchise Tag, der für Quarterbacks 2027 schätzungsweise bei rund 50 Millionen Dollar liegen würde. Realistisch betrachtet zeichnen sich vor allem zwei Szenarien ab: Entweder spielt Mayfield eine derart starke Saison, dass Tampa Bay ihn doch noch großzügig bezahlt – oder die Spielzeit verläuft durchwachsen, und beide Seiten trennen sich im Frühjahr 2027 einvernehmlich.
Realistische Landingspots für Baker Mayfield 2027
Sollte Mayfield tatsächlich auf den freien Markt kommen, dürfte es an Interessenten nicht mangeln. Mehrere US-Medien haben sich bereits mit möglichen neuen Adressen für den Quarterback beschäftigt – hier die aus sportlicher Sicht plausibelsten Optionen.
Arizona Cardinals
Die Cardinals gelten als einer der realistischsten Abnehmer. Arizona hat aktuell keinen langfristigen Plan an der Quarterback-Position und würde 2026 zunächst mit Veteran Jacoby Brissett sowie Rookie Carson Beck ins Rennen gehen. Head Coach Mike LaFleur übernimmt dabei ein Offense-Personal, das sich sehen lassen kann: Running Back Jeremiyah Love, Tight End Trey McBride und Wide Receiver Marvin Harrison Jr. bilden ein starkes Fundament. Da LaFleur wie einst Liam Coen, Mayfields Offensive Coordinator von 2024, unter Sean McVay gelernt hat, würde das System durchaus passen.
Sollte Mayfield tatsächlich frei werden, dürften die Cardinals mit als Erste anklopfen – die offensiven Waffen in Arizona könnten für ihn durchaus verlockend sein.
Minnesota Vikings
Die Vikings gelten vielen Beobachtern als der „perfekte“ Fit für Mayfield. Head Coach Kevin O’Connell hat sich einen Ruf als Quarterback-Macher erarbeitet, dazu kommt mit Justin Jefferson, Jordan Addison und T.J. Hockenson eine der besten Passempfänger-Gruppen der NFL. Aktuell tragen J.J. McCarthy und Kyler Murray in Minnesota ein Quarterback-Duell aus – setzt sich keiner der beiden dauerhaft durch, könnte Mayfield 2027 die nächste Anlaufstelle werden, ähnlich wie einst Sam Darnold, der mit den Vikings 2024 auf 14 Siege kam.
Ob die Vikings am Ende wirklich Interesse haben werden, hängt aber stark von der Leistung Kyler Murrays ab – er dürfte in Minnesota vorerst den Vorzug bekommen.
🔖 Vier Teams suchen noch ihren Starting Quarterback
Houston Texans
Ein eher spekulativerer, aber spannender Kandidat: Houston hat in den letzten drei Jahren jeweils mindestens eine Playoff-Partie gewonnen, blieb wegen der Inkonstanz von C.J. Stroud aber bislang unter den eigenen Möglichkeiten. Sollte Stroud auch 2026 keinen Schritt nach vorne machen, dürften die Texans 2027 auf dem Quarterback-Markt aktiv werden – und mit einer starken Verteidigung sowie ordentlichem Supporting Cast wäre Houston ein attraktives Umfeld für Mayfield.
Ob die Texans in ihm wirklich ein Upgrade zu Stroud sehen würden, lässt sich aktuell aber nur schwer abschätzen.
New York Jets
Die Jets sitzen dank gleich dreier Erstrundenpicks 2027 auf enormem Draft-Kapital und werden voraussichtlich zunächst auf einen College-Star wie Arch Manning oder Dante Moore schielen. Rutschen die Jets jedoch aus den Top-Picks heraus, könnte Mayfield als sicherere Alternative zu einem unerprobten Rookie interessant werden – zumal er dem aktuellen Starter Geno Smith spielerisch überlegen wäre und mit Garrett Wilson sowie Breece Hall bereits Waffen vorfände.
Die Jets werden bei freien Quarterbacks wohl dauerhaft mit im Rennen sein – ob es Mayfield allerdings wirklich nach New York zieht, darf bezweifelt werden.
Pittsburgh Steelers
Aaron Rodgers hat für die Steelers bereits sein Karriereende nach der Saison 2026 angekündigt („Zero debate“), und hinter ihm stehen mit Will Howard und Rookie Drew Allar bislang nur unfertige Optionen. Pittsburgh sucht seit dem Karriereende von Ben Roethlisberger nach einer echten Lösung an der Quarterback-Position – Mayfields Beweglichkeit und Risikobereitschaft könnten thematisch zum physischen Steelers-Football passen.
Ob die Steelers ihm aber tatsächlich einen langfristigen, üppigen Vertrag anbieten würden, erscheint eher unwahrscheinlich.
Exotischere Optionen: Rams-Reunion und alte Bekannte
Los Angeles Rams – Wiedersehen mit Sean McVay?
Ein besonders reizvolles Szenario: Sollte Matthew Stafford nach der Saison 2026 tatsächlich zurücktreten, könnten die Rams eine Reunion mit Mayfield in Betracht ziehen. Der Quarterback hatte 2022 als Waiver-Claim in Los Angeles seine Karriere neu belebt und spricht bis heute in höchsten Tönen von seiner kurzen Zeit unter Sean McVay – jene Wochen gelten als entscheidender Wendepunkt, der ihm später auch den Weg nach Tampa Bay ebnete.
Allerdings haben die Rams mit Ty Simpson im diesjährigen Draft bereits in der ersten Runde einen möglichen Stafford-Nachfolger geholt – eine Wahl, die von mehreren Beobachtern durchaus kritisch gesehen wurde. Ob man in Los Angeles dann tatsächlich mehrere Jahre in Mayfield investieren würde, ohne das eigene Talent zumindest getestet zu haben, bleibt fraglich. Vorstellbar wäre ein Wechsel eher, sollte sich bereits im Saisonverlauf abzeichnen, dass Simpson nicht die Antwort ist.
When Baker Mayfield Signed With the Rams and Delivered a 98 Yard Game Winning Drive Just 48 Hours Later…
— Football Performances (@NFLPerformances) July 23, 2026
Did This Game Save Baker’s Career? pic.twitter.com/YhkKdRJTqI
Atlanta Falcons
Der NFC-South-Rivale wäre sportlich ebenfalls ein nachvollziehbarer Umzugsort. Die Falcons kämpfen seit Jahren mit der Quarterback-Position – aktuell teilen sich Tua Tagovailoa und Michael Penix Jr. die Rolle, beide plagen sich zudem mit Verletzungen. Dabei verfügt Atlanta mit Drake London, Bijan Robinson und Kyle Pitts über eines der talentiertesten Skill-Player-Aufgebote der Liga.
Pikantes Detail: Mayfield kennt Head Coach Kevin Stefanski noch aus gemeinsamen Cleveland-Zeiten – Stefanski hatte ihn seinerzeit mit der Verpflichtung von Deshaun Watson quasi aussortiert, und Mayfield nahm zuletzt auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um seinen ehemaligen Coach ging. Für eine erneute Zusammenarbeit müsste hier also einiges zusammenpassen.
🔖 Baker Mayfield stichelt gegen neuen Falcons Head Coach
Cleveland Browns und Carolina Panthers
Zwei Franchises mit Vergangenheit, aber ungewisser Zukunft für Mayfield: In Cleveland, wo seine NFL-Karriere einst begann und mit dem Watson-Trade endete, kämpfen aktuell Dillon Gabriel, Shedeur Sanders und Deshaun Watson um die Position – keiner konnte bislang überzeugen. Eine Rückkehr wäre sportlich reizvoll, emotional aber schwierig. Immerhin: Der besagte Stefanski ist in Cleveland nicht mehr im Amt.

Ähnliches gilt für Carolina: Dort war Mayfield 2022 gescheitert, ehe die Panthers ihn auf eigenen Wunsch entließen. Sollte der aktuelle Starter Bryce Young erneut enttäuschen, könnte eine Reunion mit Head Coach Dave Canales – Mayfields Offensive Coordinator von 2023 – zumindest theoretisch ein Thema werden. Auch hier sind die damaligen Entscheidungsträger inzwischen nicht mehr im Amt, was einen neuen Anlauf zumindest denkbar macht.
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Fazit: Der Markt wird es richten
Wie es mit Baker Mayfield weitergeht, entscheidet sich in erster Linie auf dem Feld. Läuft die Saison 2026 nach Plan, dürfte der Druck auf die Buccaneers wachsen, ihn doch noch mit dem Franchise Tag oder einem verbesserten Angebot zu halten. Bleibt er hinter den Erwartungen zurück, könnten sich Tampa Bay und ihr Quarterback im Frühjahr 2027 geräuschlos trennen. Fest steht: An interessierten Teams dürfte es Mayfield so oder so nicht mangeln – von den Cardinals über die Vikings bis hin zu einer möglichen Rückkehr zu den Rams ist für praktisch jedes Karriereszenario eine passende Adresse dabei.