Die White Hart Lane bebte beim NFL Gastspiel Washingtons.

Das erste NFL London Game 2026 ist Geschichte – und Couch Quarterback war natürlich auch in Tottenham wieder mittendrin. Für uns war Carsten Keller vor Ort, der euch in seinem Reisebericht mitnimmt auf einen ziemlich kurzen Trip mit Football, alten Freunden und vor allem viel zu wenig Schlaf.

Anreise nach Tottenham

Angesichts meines engen Zeitplans mit nur 22 Stunden Aufenthalt war klar, dass es der Flieger werden muss, den ich aber so und so wohl immer nehmen würde. Nach einer laaangen Rückfahrt vom GFL Bowl in Dresden, 2 Stunden Schlaf und ein paar Vorbereitungsstunden in der Lounge ging es mit der gerne zu Unrecht verteufelten Ryanair direkt nach London Stansted.

Über den Wolken mit Ryanair

Von dort empfiehlt sich der Stansted Express in die Stadt, der um die 30 Euro kostet. Alternativ geht ein günstigerer, aber langsamer Bus oder man ubert. Sagt man das so? Oder schreibt es zumindest so?

In dem Fall war der Express die beste Wahl, weil es von der Station Tottenham Hale nur gut 20 Minuten zu Fuß zum Tottenham Stadium sind. Ansonsten würde ich grundsätzlich City Airport (direkt im Underground-Netz angebunden) oder Heathrow (Schnellzug oder Elisabeth Line nach Paddington) empfehlen, wenn man nicht sofort zum Stadion will. Was wohl der Normalfall ist, denn wer fährt schon vom Flughafen ins Stadion und direkt zurück *hüstel* ?

Power Party / NFL Tailgate

„Früher“ gab es hier tatsächlich auch mal ein NFL Tailgate in Tottenham, aber in dem kleinen Park ums Eck stehen jetzt nur noch ein paar Foodtrucks, die aber nichts mehr mit der NFL zu tun zu haben scheinen.

Wahrscheinlich muss sogar die NFL hier sparen. Oder es ist eben einfach nicht mehr nötig. Das Bild ist von 2019, als die NFL erstmals an der White Hart Lane spielte (Raiders vs Bears). Damals musste man aber auch keine Tickets für 80 Pfund „verschleudern“, wie das jetzt mit den übrigen Karten passiert ist, die zum Normalpreis nur schleppend verkauft worden waren. Das gabs so bisher wohl noch überhaupt nicht, soweit ich mich erinnern kann.

Am im Stadion integrierten NFL Shop war um die Zeit – ungefähr vier Stunden vor Spielbeginn – nur eine kurze Schlange zu sehen. Es empfiehlt sich aber, lieber einen der Pop Up-Stores (z.B. diesmal an der Oxford Street) zu nutzen oder am Tag vorher schon einmal zum Stadion zu fahren. Und definitiv den großen Geldbeutel mitzunehmen.

Ich konnte jedenfalls widerstehen.

Pregame Entertainment

Im Stadion heizte gleich eine Coverband die noch nicht vorhandenen Massen ein. Es war auf jeden Fall laut, obs auch gut war, muss man andere fragen. Ich habe die Lieder zumindest erkannt.

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Die von Mimi Webb (God save the King) und Josh Levi (Star Spangled Banner) dargebotenen Hymnen waren solide, aber am Ende gab es „nur“ ein Feuerwerk und leider keinen Flyover wie in früheren Jahren. Wahrscheinlich werden die Flieger andernorts gebraucht.

Das Spiel

Eigentlich dachte man, dass die ersatzgeschwächten Commanders ohne Quarterback Jayden Daniels und seinen top Wide Receiver Terry McLaurin deutlicher Außenseiter wären. Doch die ersten Punkte per Field Goal und Highlights kamen allesamt von Washington.

Allerdins verletzte sich Daniels-Vertreter Marcus Mariota noch im ersten Viertel und musste gegen QB3 Athan Kaliakmanis, Siebtrundenpick vergangenen April, ausgetauscht werden.

Ab da kamen die Colts besser ins Spiel, ohne jedoch zu glänzen. Zwei Touchdowns von Running Back Jonathan Taylor brachten die Colts, bei denen auch die deutsche Trainerin Nadine Nurasyid mit an Bord war, auf die Siegerstraße. Wirklich spannend wurde es nur noch kurzzeitig, aber der 30:13 Endstand spiegelt die Kräfteverhältnisse ab dem zweiten Viertel gut wider. Am Ende war nicht nur Sonny Styles bei seiner Pressekonferenz etwas angefressen, weil wohl anders mehr dringewesen wäre.

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Warum noch London?

Der Ausflug ist für mich auch immer eine Art NFL-Klassentreffen. Ich war hier das neunte Mal akkreditiert und da trifft man immer wieder die Menschen aus der Football-Bubble, mit denen man sonst nur über dieses Internetz Kontakt hat – wie bei mir Giovanni vom italienischen HUDDLE, der mir damals (2017) die Medien-Verhaltensregeln im Lockerroom beigebracht hat und ich im Gegenzug die englischen Fragen gestellt habe. Wir machen jedes Mal ein gemeinsames Bild – er war mit einer Ausnahme bei ALLEN Londonspielen und auch bei den Spielen in Deutschland. Zudem haben wir uns schon für Paris und Madrid „verabredet“.

Das Bild ist von 2018 und meine Frau, die parteiisch ist, hat bestätigt, dass wir uns kein bisschen verändert haben.

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In Paris ist Nico noch mit am Start und in beiden Städten vermutlich auch Matthias Gindorf von BeimFootball. Beide sind ja quasi fester Bestandteil meiner Klassentreffen, wobei das größte natürlich im November in München stattfinden wird.

Normalerweise würde jetzt hier das Can’t wait-GIF des ehemaligen Jets-Linebackers Bart Scott eingefügt, aber bis München stehen ja noch die beiden anderen Partien an und so gesehen kann ich natürlich noch locker abwarten, bis auch diese Highlights absolviert sind.

Dann auch mit mehr Zeit (jeweils vier Tage) und vor allem mehr Schlaf. Hoffentlich.

In diesem Sinne – Bye Bye Tottenham. Bis zum nächsten Mal.

Bye for Now 22 Stunden Tottenham hautnah - ein NFL Klassentreffen rechtfertigt auch einen Aufenthalt ohne Schlaf.