
Bryce Young und Tetairoa McMillan haben in der Sunday-Night-Football-Partie gegen die Detroit Lions geliefert. Viele Fantasy-Manager dürften Montagfrüh ungläubig auf ihre Matchups geschaut haben. Auch ich: In meiner NFL German Media [Fantasy] League sah ich mit rund 40 Punkten Rückstand wie der sichere Verlierer aus. Dann schraubte Tetairoa McMillan 45,2 Fantasy-Punkte aufs Board und pulverisierte das Minus. Die Carolina Panthers gewannen am Ende mit 32:26. Für die Franchise war es der erste Auftritt in der Primetime am Sonntagabend seit 2016.
45,2 Fantasy-Punkte: Die Zahlen hinter McMillans Monsternacht
McMillan fing 14 Pässe bei 16 Targets für 192 Yards und zwei Touchdowns. In einem PPR-Scoring* ergibt das genau jene 45,2 Punkte, die meinen Rückstand gedreht haben. Auch für die Karrierebilanz war es ein Ausreißer nach oben. Die bisherigen Bestwerte lagen bei 12 Targets, 8 Receptions und 130 Receiving Yards. McMillan hat sie in allen drei Kategorien deutlich übertroffen.
Er verantwortete dabei 43,1 Prozent der Net Offense der Panthers. Nur eine Reception und neun Receiving Yards fehlten ihm, um gleich zwei langjährige Franchise-Rekorde zu egalisieren. Zudem ist er erst der zweite Spieler der Panthers-Geschichte mit mindestens 175 Receiving Yards und zwei Touchdowns in einem Spiel. Der erste war Steve Smith Sr., der in Week 1 der Saison 2011 gegen die Arizona Cardinals auf 178 Yards und zwei Touchdowns kam. Mit dieser Pace würde McMillan die Marken aus seiner Rookie-Saison (70 Catches, 1.014 Yards) deutlich übertreffen. Dort war er der Offensive Rookie of the Year.
Der Zeitpunkt war kein Zufall. Mit Jalen Coker (Quad) fehlte ein wichtiger Receiver, Xavier Legette (Knee) steht auf der Injured Reserve. McMillan wurde zur ersten und fast einzigen Anspielstation. Dan Campbell, Head Coach der Lions, sagte, sein Team habe genau damit gerechnet, besonders seit Cokers Ausfall. Viele Plays seien RPOs früh im Spiel gewesen sowie schnelle Schläge direkt über die Hash Marks und entlang der Seam. Verhindern konnte Detroit sie trotzdem nicht.
someone looked at their @NFLFantasy matchup and said "as long as Tetairoa McMillan doesn’t go off" 😅 https://t.co/EfynMIE2zU
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Bryce Young: MVP-Sprechchöre im Bank of America Stadium
Auf der anderen Seite des Balls steht ein Quarterback, den die Fans im Bank of America Stadium zwischenzeitlich mit „MVP!“-Rufen feierten. Bryce Young warf für 329 Yards und zwei Touchdowns und verwandelte seine ersten elf Pässe in Completions. Gegen die laut Quellen schwächste Passverteidigung der Liga war das die Art Abend, an der sich ein Quarterback festspielen kann.
Die Zahlen sind auch im Saisonvergleich beeindruckend:
- Neun Touchdown-Pässe nach vier Spielen, ein Franchise-Rekord
- Als erster Quarterback der Panthers-Historie mindestens 250 Passing Yards und einen Touchdown-Pass in jedem der ersten vier Saisonspiele
- Gemeinsam mit Offensive Coordinator Brad Idzik 22 Scoring Drives in vier Wochen, so viele wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr
Dazu passt die Vertragslage. Die Panthers sind mit dem Nummer-1-Pick von 2023 ohne Extension in dessen viertes Jahr gegangen, weil sie mehr Konstanz sehen wollten. Diese Konstanz liefert Young nun seit vier Wochen. Die Frage lautet in Charlotte deshalb kaum noch, ob Carolina verlängert, sondern wann. Dazu passt auch das Vertrauen zwischen Quarterback und Receiver. Young sagte, er vertraue McMillan enorm, nicht zuletzt wegen der vielen gemeinsamen Reps aus Offseason und OTAs. Dabei war die Trainingswoche laut Head Coach Dave Canales keineswegs perfekt gelaufen. Es habe Fehlpässe und Abstimmungsprobleme gegeben. Dass es am Sonntag dann so aufging, nannte er „wunderschön“. Tight End Tommy Tremble freute sich besonders für McMillan, dass dieser sich ausgerechnet bei Sunday Night Football so zeigen konnte.
Beautiful ball 📺 NBC #DETvsCAR https://t.co/8zCzIdhA6s
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Drei Viertel Offense, ein Viertel Defense: So kippte das Spiel
Beide Teams reisten mit Sorgenfalten in der Defense an. Die Lions standen bei den zugelassenen Punkten auf Rang 32, die Panthers auf Rang 26. Entsprechend sah es lange nach einem Spiel aus, das der gewinnt, der zuletzt den Ball hat. Nach einem Punt im ersten Drive folgten bei Carolina Touchdown, Touchdown, Field Goal, Touchdown, Touchdown, Field Goal. Im dritten Viertel erzielten die Panthers zwei Touchdown-Drives über 88 und 85 Yards und hielten Detroit bei einem Field Goal. So entstand die 10-Punkte-Führung.
Auch Chuba Hubbard trug seinen Teil bei, mit 20 Carries für 122 Yards und zwei Touchdowns. Das tat der Run Defense der Lions besonders weh, die sich eigentlich über das Stoppen des Laufspiels definieren will. Dazu kamen 12 Explosive Plays der Panthers. Das war in Week 4 bis dahin der Höchstwert.
TMAC x2 📺 NBC #DETvsCAR https://t.co/PMH5eRpusE
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Lions-Defense: Wenn 412 Yards von Jared Goff nicht reichen
Die Lions verloren dieses Spiel nicht durch ihre Offense. Jared Goff warf für 412 Yards und einen Touchdown, mit Deep Balls auf Jameson Williams (49 Yards) und Isaac TeSlaa (57 Yards). Die Panthers konzentrierten sich darauf, Jahmyr Gibbs zu stoppen. Das gelang: 46 Yards bei 15 Carries, der längste Lauf ging über 13 Yards. Trotzdem blieb Detroit in der Red Zone bei 2 von 4 und bei den Third Downs bei 4 von 12 hängen. Mehrfach mussten die Lions mit Field Goals Vorlieb nehmen.
Beim letzten Drive, als Detroit noch 2:03 Minuten blieben, stoppte Princely Umanmielen Goff mit einem Sack. Nach einem Incompletion scheiterte TeSlaa bei Fourth-and-13 eine Yard vor dem Markierungspunkt. Die Lions lassen derzeit 31,8 Punkte pro Spiel zu. In Detroit wird man sich fragen müssen, wie lange ein Team auf diese Art Football setzen kann, bei dem 30-plus Punkte nötig sind, um überhaupt eine Chance zu haben. Die Diskussion um Defensive Coordinator Kelvin Sheppard dürfte damit Fahrt aufnehmen.
Meinung von der Couch
Ich gestehe: Mit 40 Punkten Rückstand hatte ich innerlich schon die Niederlage verbucht und mir den obligatorischen Trashtalk meines Gegners ausgemalt. Dann kam Sunday Night Football, dann kam Tetairoa McMillan, und aus dem Wiederaufbauplan wurde ein Freudentanz auf dem Sofa. Es gibt kaum ein schöneres Gefühl als einen Receiver, der sich Target für Target in die Fantasy-Geschichte spielt.
Sportlich gilt für mich: Young ist in dieser Form kein Überraschungsgast mehr. Er ist ein Quarterback, den man ernst nehmen muss. Die Panthers haben noch genug Baustellen in der Defense, aber mit diesem Duo und einem Offensivkonzept, das jedem einen Ball in die Hand drückt, ist Carolina in den kommenden Wochen für jede Defense ein unangenehmer Gegner. Und mein Fantasy-Team? Das hat einen neuen Lieblings-Receiver.
* PPR steht für „Points Per Reception“. Jede Reception bringt hier einen Punkt, dazu kommen 0,1 Punkte pro Receiving Yard und sechs Punkte pro Touchdown. Bei McMillan sind das 14 Punkte für die Catches, 19,2 für die Yards und 12 für die beiden Touchdowns. Receiver mit vielen Catches profitieren von dieser Wertung besonders.
Quelle: Recherche von Mike Kaye, veröffentlicht bei ESPN, sowie von Colton Pouncy und Joseph Person, veröffentlicht bei The Athletic.