
Der NFL Draft 2026 steht endlich vor der Tür – und für viele Fans beginnt jetzt erst die heiße Phase.
Während einige sich schon seit Monaten intensiv mit Prospects, Mock Drafts und Scouting-Berichten beschäftigen, steigen viele erst kurz vor Runde 1 ein. Genau dafür ist dieser Guide gedacht:
Die wichtigsten Infos zum Draft – kompakt und verständlich erklärt.
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Unser Huddle- & Football-Aktuell-Kollege und guter Freund des Hauses Carsten Keller ist live vor Ort beim Draft in Pittsburgh und liefert euch exklusive Einblicke direkt aus dem Geschehen.
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Wer hat den First Overall Pick?
Den ersten Pick im NFL Draft 2026 halten die Las Vegas Raiders. Sollte es keinen kurzfristigen Trade geben, ist es erst das zweite Mal in der Geschichte der Franchise, dass sie an Position 1 auswählen dürfen. Das letzte Mal liegt fast zwei Jahrzehnte zurück: 2007 entschieden sich die Raiders für Quarterback JaMarcus Russell – ein Pick, der heute als einer der größten Busts der NFL-Geschichte gilt.
Die Ausgangslage heute ist eine andere, aber auch die Raiders befinden sich wieder in einer Phase des Umbruchs. Mit Klint Kubiak steht ein neuer Head Coach an der Seitenlinie, im Front Office arbeitet General Manager John Spytek an seinem zweiten Draft, und mit Tom Brady ist mittlerweile sogar eine NFL-Ikone als Teilhaber involviert.
All das deutet darauf hin, dass die Franchise nun die Weichen für die Zukunft stellen will – und diese Zukunft dürfte auf der Quarterback-Position beginnen.
Fernando Mendoza: Der klare Favorit auf Pick #1
Seit Monaten gilt Fernando Mendoza als der wahrscheinlichste First Overall Pick.
Embed from Getty Images👉 Fernando Mendoza: Aufstieg eines Ausnahme-Quarterbacks
Der Quarterback gilt als klarer Nummer-1-Kandidat – und es ist sogar gut möglich, dass er der einzige QB ist, der in der ersten Runde gezogen wird. Ein eher ungewöhnliches Szenario in einer Liga, in der Quarterbacks normalerweise den Draft dominieren.
Mendoza bringt dabei genau das Profil mit, das NFL-Teams suchen: Er ist ein groß gewachsener Pocket Passer mit starker Präsenz, guter Entscheidungsfindung und solider Armstärke. Besonders auffällig ist seine Entwicklung – sowohl bei Cal als auch später bei Indiana konnte er sein Spiel von Jahr zu Jahr verbessern.
Auch abseits des Feldes ist seine Geschichte bemerkenswert. Der 1,93 m große Quarterback mit kubanischen Wurzeln war ursprünglich nur ein Zwei-Sterne-Recruit und hatte sogar ein Studium in Yale geplant, bevor sich mit Cal die Tür zum College Football öffnete. Dort machte er seinen Abschluss in Business in nur drei Jahren und arbeitet aktuell an einem MBA in Indiana.
Was ihn zusätzlich auszeichnet, ist seine Persönlichkeit: Mendoza gilt als extrem gut vorbereitet, positiv und als echter Teamplayer. Er liebt es, Teil eines Teams zu sein – jemand, der nicht nur performt, sondern auch Leadership und Energie mitbringt.
Natürlich gibt es auch Schwächen. Seine Beweglichkeit in der Pocket ist ausbaufähig und erinnert eher an klassische Quarterbacks wie Kirk Cousins oder Jared Goff. Das bedeutet: Um sein volles Potenzial zu entfalten, wird er auf eine stabile Offensive Line und ein funktionierendes Laufspiel angewiesen sein.
Die gute Nachricht: Mental scheint Mendoza genau der Typ Spieler zu sein, der mit dem Druck umgehen kann, als Franchise-Hoffnung in die NFL zu kommen.
👉 Siehe auch: Kirk Cousins über Fernando Mendoza: „Wir werden uns gegenseitig helfen“
Welche Teams haben besonders viele Picks?
Neben der Frage nach dem ersten Pick spielt im Draft immer auch die Anzahl der verfügbaren Picks eine große Rolle. Denn je mehr Auswahlmöglichkeiten ein Team hat, desto größer ist die Chance, mehrere Baustellen im Kader gleichzeitig zu schließen.
In diesem Jahr stechen vor allem die New York Jets hervor. Durch mehrere Trades in der Vergangenheit haben sie sich eine außergewöhnlich starke Ausgangsposition erarbeitet. Besonders auffällig ist dabei die hohe Anzahl an frühen Picks, die ihnen erlaubt, sowohl Top-Talente zu verpflichten als auch flexibel auf Entwicklungen im Draft zu reagieren.
Auch die Miami Dolphins gehen mit viel Draft-Kapital in den Draft. Ein entscheidender Faktor dafür war ein Trade in der Offseason, bei dem Wide Receiver Jaylen Waddle abgegeben wurde. Dadurch haben sich die Dolphins zusätzliche Picks gesichert und können nun gleich mehrere Positionen gezielt verstärken. Für das neue Trainer- und Management-Team ist dieser Draft deshalb besonders wichtig, um dem Kader eine klare Richtung zu geben.
Welche Teams haben wenig Spielraum?
Am anderen Ende des Spektrums stehen die Atlanta Falcons. Sie verfügen in diesem Jahr über vergleichsweise wenig Draft-Kapital, was ihre Flexibilität deutlich einschränkt. Grund dafür sind aggressive Entscheidungen in den vergangenen Jahren, bei denen Picks abgegeben wurden, um gezielt einzelne Spieler zu verpflichten.
Das Problem dabei: Wenn ein Team nicht regelmäßig in den Playoffs vertreten ist, wird es umso wichtiger, über den Draft nachzulegen. Wenige Picks bedeuten weniger Chancen, Treffer zu landen – und erhöhen gleichzeitig den Druck auf jede einzelne Entscheidung.
Warum sich der Draft auch für Einsteiger lohnt
Der NFL Draft ist weit mehr als nur eine Talenteauswahl. Er ist ein Event voller Emotionen, Überraschungen und Storylines.
Jedes Jahr entstehen neue Geschichten: Spieler, die unerwartet früh gezogen werden, andere, die lange warten müssen, und Teams, die mit Trades für Chaos sorgen. Genau diese Mischung macht den Draft so spannend – egal, ob man sich seit Monaten vorbereitet hat oder erst kurz vorher einsteigt.
Wird es Trades geben?
Kurze Antwort: Ja – definitiv.
Ein NFL Draft ohne Trades ist kaum vorstellbar. Auch wenn an der Spitze des Drafts vermutlich wenig Bewegung herrscht, dürfte es dahinter umso spannender werden.
Traditionell sind es vor allem Quarterbacks, die Trades auslösen. In diesem Jahr ist die Situation allerdings etwas anders, da Mendoza der einzige QB mit echtem First-Round-Grade ist. Trotzdem könnten Teams versuchen, sich für andere Schlüsselspieler nach oben zu traden.
Besonders interessant sind dabei einige Top-Talente außerhalb der QB-Position. Running Back Jeremiyah Love von Notre Dame gilt als explosiver Playmaker, für den ein Contender durchaus aggressiv nach oben gehen könnte.
Auch defensiv gibt es spannende Optionen. Safety Caleb Downs und Linebacker Sonny Styles gehören zu den außergewöhnlichsten Athleten im Draft und könnten ebenfalls Bewegung ins Board bringen.
Ein weiterer Schlüsselbereich ist die Offensive Line, insbesondere die Position des Offensive Tackles. Hier gibt es mehrere Prospects mit First-Round-Potenzial – allerdings fällt das Niveau danach deutlich ab. Teams, die hier Bedarf haben, könnten deshalb früh zuschlagen oder gezielt nach oben traden.
Und auch die Quarterbacks könnten noch für Bewegung sorgen: Teams könnten versuchen, sich am Ende der ersten Runde oder am zweiten Draft-Tag einen Spieler wie Ty Simpson oder Garrett Nussmeier zu sichern.
Fazit: Auch ohne QB-Hype an der Spitze bleibt der Draft extrem dynamisch.
Wie sieht die Draft-Reihenfolge aus?
Zum aktuellen Stand (23. April) beginnt die erste Runde wie folgt:
- Las Vegas Raiders
- New York Jets
- Arizona Cardinals
- Tennessee Titans
- New York Giants
- Cleveland Browns
- Washington Commanders
- New Orleans Saints
- Kansas City Chiefs
- New York Giants
… gefolgt von insgesamt 32 Picks in Runde 1.
Die komplette Draft-Reihenfolge umfasst insgesamt 257 Picks über sieben Runden und bietet damit jedem Team zahlreiche Möglichkeiten, seinen Kader zu verbessern.
Diese Prospects solltest du im Blick haben
Neben den Top-Picks gibt es im Draft jedes Jahr Spieler, die besonders herausstechen – sei es durch außergewöhnliche Athletik, Spielintelligenz oder einfach durch ihr enormes Potenzial.
Hier sind einige der spannendsten Namen im NFL Draft 2026:
1. Sonny Styles (LB, Ohio State)
Wenn man über Ausnahmetalente spricht, kommt man an Sonny Styles nicht vorbei.
Mit seiner Größe, Geschwindigkeit und Explosivität lieferte er eine der besten Combine-Performances aller Zeiten ab. Besonders beeindruckend: Trotz seines massiven Körpers bringt er eine Geschwindigkeit mit, die man sonst eher von deutlich kleineren Spielern kennt.
Embed from Getty ImagesStyles begann seine College-Karriere als Safety und wechselte später auf Linebacker – ohne dabei an Tempo zu verlieren. Genau diese Vielseitigkeit macht ihn so wertvoll: Er kann covern, tacklen, blitzen und praktisch überall auf dem Feld eingesetzt werden.
Ein Spieler, der die Position des Linebackers neu definieren könnte.
2. Jeremiyah Love (RB, Notre Dame)
Jeremiyah Love gilt für viele als der beste Spieler im gesamten Draft – unabhängig von der Position.
Er ist der Prototyp eines modernen Running Backs: gefährlich im Laufspiel, stark im Passspiel und vielseitig einsetzbar. Egal ob durch die Mitte, über außen oder als Receiver – Love kann alles.
Embed from Getty ImagesKurz gesagt: Ein echter Three-Down-Back, der eine Offense sofort besser macht.
Obwohl Running Backs in der heutigen NFL oft später gedraftet werden, könnte Love eine Ausnahme sein.
3. Caleb Downs (DB, Ohio State)
Caleb Downs ist einer der intelligentesten Verteidiger dieses Drafts.
Embed from Getty ImagesSeine größte Stärke ist sein Spielverständnis. Er erkennt Spielzüge extrem früh und reagiert blitzschnell. Dazu kommt ein kompromissloser Spielstil – besonders im Tackling gehört er zu den besten Spielern dieser Klasse.
Ein klassischer Do-it-all Safety, der sowohl gegen den Lauf als auch gegen den Pass impact hat.
4. Kenyon Sadiq (TE, Oregon)
Wenn es um pure Athletik-Freaks geht, ist Kenyon Sadiq ganz vorne dabei.
Mit seiner Kombination aus Größe, Geschwindigkeit und Sprungkraft wirkt er fast wie ein Spieler aus dem Labor. Gleichzeitig bringt er aber auch die technischen Fähigkeiten mit, um sowohl als Receiver als auch als Blocker zu überzeugen.
Ein moderner Tight End, der überall aufgestellt werden kann – Mismatch-Garantie.
5. Jordyn Tyson (WR, Arizona State)
Rein sportlich könnte Jordyn Tyson der beste Wide Receiver dieses Drafts sein.
Er ist ein kompletter Receiver mit starken Händen, präzisen Routen und physischer Spielweise. Das Problem: Seine Karriere wurde immer wieder von Verletzungen unterbrochen.
Die große Frage: Bleibt er gesund?
Wenn ja, ist er ein klarer Top-10-Spieler.
6. Rueben Bain Jr. (DL, Miami)
Rueben Bain ist pure Explosivität und Power.
Er bringt eine enorme Energie ins Spiel und kann Offensive Linemen mit seiner Mischung aus Geschwindigkeit und Kraft dominieren. Gleichzeitig gibt es Fragezeichen bei seiner idealen Position, da seine Armlänge für einen klassischen Edge Rusher eher ungewöhnlich ist.
Ein Spieler mit Top-10-Talent, aber spannendem Profil.
7. Vega Ioane (G, Penn State)
Vega Ioane ist vielleicht der beste Interior Offensive Lineman im Draft.
Besonders im Laufspiel ist er dominant und hat sich im Pre-Draft-Prozess immer weiter nach oben gearbeitet. Während viele über Offensive Tackles sprechen, könnte Ioane am Ende einer der ersten Linemen sein, die vom Board gehen.
Ein unterschätzter Top-Prospect.
8. Ty Simpson (QB, Alabama)
Hinter Mendoza ist Ty Simpson der wohl spannendste Quarterback im Draft.
Er bringt viel Talent mit, vor allem als Passer und in der Bewegung innerhalb der Pocket. Allerdings fehlt ihm noch Erfahrung auf höchstem Niveau, da er im College nur eine Saison Starter war.
Die große Frage: Reicht das für Runde 1 – oder wird er ein Day-2-Pick?
Fazit: Mehr als nur ein Draft – der Start von neuen NFL-Storys
Der NFL Draft 2026 ist mehr als nur eine Talenteauswahl – er ist der Moment, in dem neue Karrieren beginnen und ganze Franchises ihre Zukunft neu ausrichten.
Mit Fernando Mendoza steht ein klarer First Overall Pick bereit, doch die wahre Spannung entsteht dahinter:
Trades, Überraschungen und unerwartete Entscheidungen sind garantiert.
Gerade für Einsteiger ist der Draft der perfekte Einstieg in die NFL-Welt. Kaum ein anderes Event verbindet so viel Hoffnung, Risiko und Emotion – vom gefeierten Top-Pick bis hin zum unterschätzten Spieler, der später zur Legende wird.
Und genau das macht den Draft so besonders:
Du weißt heute noch nicht, welcher Name morgen Geschichte schreibt.
Quellen: