Browns Kicker Andre Szmyt entschied das Spiel gegen die Steelers mit einem 56 Yard Fieldgoal und noch 10 Sekunden auf der Uhr.
Browns Kicker Andre Szmyt entschied das Spiel gegen die Steelers mit einem 56 Yard Fieldgoal und noch 10 Sekunden auf der Uhr. | Quelle: IMAGO / Icon Sportswire

Die Cleveland Browns gehören zu den größten Überraschungen der jungen NFL-Saison 2026. Noch vor wenigen Wochen wurde die Franchise von vielen Experten kritisch betrachtet. Insbesondere Quarterback Deshaun Watson stand unter Beobachtung. Nach durchwachsenen Leistungen in den vergangenen Jahren und einem schwierigen Trainingslager schien seine Zukunft in Cleveland alles andere als gesichert.

Doch nur vier Spieltage später hat sich die Stimmung komplett gedreht.

In der Nacht auf Freitag besiegten die Browns die Pittsburgh Steelers mit 27:24 und verbesserten ihre Bilanz auf 3-1. Damit steht Cleveland überraschend an der Spitze der AFC North und gehört aktuell zu den positiven Geschichten der Saison.

Browns gewinnen den AFC-North-Kracher

Das Duell gegen die Steelers hielt alles, was ein AFC-North-Duell verspricht.

Die Browns führten zwischenzeitlich bereits mit 21:7, ehe Pittsburgh zurückkam und die Partie in der Schlussphase wieder ausglich. Doch Cleveland behielt die Nerven. Angeführt von Watson marschierte die Offense kurz vor Schluss noch einmal über das Feld und brachte Kicker Andre Szmyt in Position für ein spielentscheidendes 56-Yard-Field-Goal zehn Sekunden vor dem Ende.

Watson beendete die Partie mit 268 Passing Yards, einem Touchdown und einer Interception. Noch wichtiger: Zum dritten Mal in Folge führte er die Browns in der entscheidenden Phase zu einem erfolgreichen Go-Ahead-Drive.

Für einen Quarterback, dessen Führungsqualitäten zuletzt regelmäßig hinterfragt wurden, ist das eine bemerkenswerte Entwicklung.

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— Cleveland Browns (@Browns) October 2, 2026

Deshaun Watson: Vom Problemfall zum Hoffnungsträger

Vielleicht die überraschendste Geschichte dieses Saisonstarts betrifft den Quarterback selbst.

Noch zu Beginn der Saison war Deshaun Watson in Cleveland alles andere als unumstritten. Medienberichte und Diskussionen rund um die Franchise drehten sich regelmäßig um die Frage, wie lange Watson überhaupt noch Starter bleiben würde. Noch vor Week 2 wurde darüber spekuliert, ob er seinen Job verlieren könnte, falls die Browns weiter verlieren würden.

Heute sieht die Situation völlig anders aus.

Die Fans feiern ihn nach spielentscheidenden Drives. Die Offense erzielt deutlich mehr Punkte als noch in den vergangenen beiden Jahren. Laut Berichten haben die Browns bereits in den ersten vier Spielen genauso häufig die Marke von 21 Punkten erreicht wie teilweise in ganzen Saisons zuvor.

Dabei ist wichtig, zwischen Beliebtheit und Leistung zu unterscheiden.

Watson wird aktuell vor allem deshalb gefeiert, weil er gewinnt. Im Profisport kann sich die öffentliche Wahrnehmung innerhalb weniger Wochen drastisch verändern. Seine Leistungen sind bislang deutlich besser als erwartet, aber es wäre noch zu früh zu behaupten, dass er dauerhaft wieder auf dem Niveau seiner besten Houston-Jahre spielt.

Dennoch ist unübersehbar: Die Beziehung zwischen Watson und den Browns-Fans wirkt aktuell deutlich positiver als noch im August.

Warum die Browns plötzlich erfolgreich sind

Die Versuchung ist groß, den Erfolg ausschließlich Watson zuzuschreiben. Tatsächlich steckt aber deutlich mehr dahinter.

1. Die Browns gewinnen enge Spiele

In den vergangenen Jahren verlor Cleveland viele knappe Partien. Aktuell passiert genau das Gegenteil.

Gegen die Steelers entschied Cleveland die Partie in den letzten Sekunden für sich. Bereits in den Wochen zuvor gelangen entscheidende Drives in der Schlussphase. Teams, die enge Spiele regelmäßig gewinnen, entwickeln häufig schnell Selbstvertrauen.

2. Die Defense liefert weiterhin ab

Auch gegen Pittsburgh zeigte die Browns-Defense ihre Qualität.

Die Verteidigung setzte Aaron Rodgers konstant unter Druck und verbuchte fünf Sacks. Zudem sorgte die Interception von Grant Delpit praktisch für die endgültige Entscheidung.

Gerade in der AFC North bleibt eine starke Defense oft die Grundlage für erfolgreiche Saisons.

3. Watson wirkt deutlich selbstbewusster

Der vielleicht wichtigste Unterschied ist jedoch die Körpersprache des Quarterbacks.

Gegen die Steelers attackierte Watson das Feld vertikal, verlängerte Spielzüge außerhalb der Pocket und zeigte Aktionen, die Erinnerungen an seine besten Jahre bei den Texans weckten. Besonders bemerkenswert war ein Passspielzug über 60 Yards, seine längste Completion seit Dezember 2020.

Watson spielt noch nicht perfekt, aber er spielt aktuell mit deutlich mehr Vertrauen als in den vergangenen beiden Spielzeiten.

Sind die Browns ein Contender?

Das ist die große Frage.

Ein 3-1-Start ist zweifellos beeindruckend. Die Browns führen derzeit die Division an und haben mit dem Sieg gegen Pittsburgh ein wichtiges Statement gesetzt.

Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass die Saison noch lang ist. Die AFC bleibt stark und Cleveland wird beweisen müssen, dass dieser Erfolg nachhaltig ist.

Vor allem Watson steht weiter im Fokus. Die vergangenen Wochen waren hervorragend für sein Image. Doch in der NFL zählt nicht, was vor drei Spieltagen passiert ist, sondern was am kommenden Sonntag folgt.

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Fazit von der Couch

Die Cleveland Browns haben mit dem 27:24-Sieg gegen die Steelers ihre bislang stärkste Botschaft der Saison gesendet. Aus einem Team, das viele Beobachter im Mittelfeld der AFC erwartet hatten, ist plötzlich ein Division-Leader geworden.

Im Mittelpunkt steht dabei Deshaun Watson. Noch vor wenigen Wochen stand er in der Kritik, heute wird er für spielentscheidende Drives und wichtige Siege gefeiert.

Ob diese Geschichte ein kurzfristiger Höhenflug oder der Beginn eines echten Browns-Aufschwungs ist, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Aktuell spricht jedoch vieles dafür, dass Cleveland deutlich besser ist, als die meisten Experten noch vor Saisonbeginn erwartet hatten.