
Die Las Vegas Raiders gehören zu den größten Überraschungen der noch jungen NFL-Saison 2026. Während viele Experten die Franchise vor dem Saisonstart eher im unteren Bereich der AFC einordneten, steht das Team nach drei Wochen plötzlich bei 3-0 und hat bereits genauso viele Siege eingefahren wie in der gesamten Vorsaison.
Doch wie konnte es dazu kommen? Sind die Raiders tatsächlich ein neuer Contender oder profitieren sie lediglich von einem günstigen Saisonstart? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Klar ist jedoch: Der perfekte Auftakt ist kein Zufall.
Niemand hatte die Raiders auf dem Zettel
Noch vor wenigen Monaten befand sich Las Vegas mitten in einem Umbruch. Ein neuer Coaching Staff, zahlreiche Veränderungen im Kader und die allgemeine Erwartung, dass die Franchise zunächst eine Übergangssaison erleben würde.
Nach drei Spieltagen sieht die Realität allerdings anders aus. Die Raiders gewannen auch ihr drittes Saisonspiel und besiegten die New Orleans Saints mit 35:27, nachdem sie bereits zuvor erfolgreich in die Saison gestartet waren.
Besonders beeindruckend: Das Team zeigte mehrfach die Fähigkeit, auch schwierige Spielsituationen zu überstehen. Gegen New Orleans lag Las Vegas zeitweise zurück, drehte die Partie jedoch mit einer starken Schlussphase. Dabei gelangen der Defense mehrere entscheidende Turnover im vierten Viertel.
Das allein macht noch keinen Super-Bowl-Favoriten aus, zeigt aber eine Qualität, die erfolgreichen Mannschaften häufig gemeinsam haben: Resilienz.
Faktor Nummer 1: Klint Kubiak
Der wohl größte Anteil am überraschenden Höhenflug dürfte bei Head Coach Klint Kubiak liegen.
Kubiak übernahm ein Team, das in den vergangenen Jahren immer wieder durch Instabilität, Trainerwechsel und fehlende Identität auffiel. Bereits nach wenigen Wochen wirkt die Mannschaft jedoch deutlich strukturierter und disziplinierter. Mehrere Beobachter führen den frühen Erfolg vor allem auf die neue Führung unter Kubiak zurück.
Besonders auffällig ist dabei, dass die Raiders deutlich seltener Spiele durch eigene Fehler aus der Hand geben. Die Offense wirkt organisierter, die Spielplanung klarer und die Mannschaft scheint einen deutlich besseren Plan zu haben als noch vor einem Jahr.
Natürlich sind drei Spiele nur eine kleine Stichprobe. Trotzdem deutet vieles darauf hin, dass die Raiders endlich einen Head Coach gefunden haben, der dem Team eine klare Richtung vorgibt.
Kirk Cousins sorgt für Stabilität
Eine weitere wichtige Erklärung ist die Verpflichtung von Kirk Cousins.
Der erfahrene Quarterback bringt genau das mit, was Las Vegas in den vergangenen Jahren oft gefehlt hat: Konstanz. Nach drei Spielen kommt Cousins auf 661 Passing Yards, neun Touchdowns und ein Quarterback Rating von 107,2.
Noch wichtiger als die Statistiken ist jedoch seine Spielkontrolle. Cousins trifft überwiegend gute Entscheidungen und ermöglicht es der Offense, auch in engen Situationen ruhig zu bleiben. Gerade für ein Team im Umbruch kann ein erfahrener Quarterback einen enormen Unterschied machen.
Die Raiders gewinnen derzeit nicht wegen spektakulärer Einzelaktionen, sondern weil ihr Quarterback das Spiel effizient verwaltet und gleichzeitig genügend Big Plays produziert.
Die Defense produziert genau dann, wenn sie gebraucht wird
Auch defensiv haben die Raiders bislang überzeugt.
Zwar sind nicht alle Zahlen perfekt, doch die Defensive schafft es immer wieder, in kritischen Momenten entscheidende Plays zu liefern. Gegen die Saints gelangen mehrere Strip-Sacks und eine Interception im Schlussviertel, wodurch das Spiel letztlich entschieden wurde.
Besonders auffällig ist die Entwicklung der Secondary. Junge Spieler wie Hezekiah Masses oder Treydan Stukes konnten bereits früh Akzente setzen und wichtige Ballgewinne erzwingen.
Dazu kommt weiterhin der Einfluss von Maxx Crosby, der nach dem Sieg gegen New Orleans vor allem den Teamzusammenhalt als Schlüssel zum Erfolg hervorhob.
Brock Bowers macht den Unterschied
Im Passspiel sticht vor allem ein Name heraus: Brock Bowers.
Der Tight End zeigte gegen die Saints eindrucksvoll, warum viele ihn bereits jetzt zu den besten Spielern auf seiner Position zählen. Bei seinem Saisondebüt fing er zehn Pässe für 116 Yards und einen Touchdown.
Gemeinsam mit Michael Mayer verfügt Las Vegas über eines der interessantesten Tight-End-Duos der Liga. Gerade in der modernen NFL, in der vielseitige Tight Ends immer wichtiger werden, könnte dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.
Kultur statt Talent?
Vielleicht ist der wichtigste Grund für den Überraschungsstart aber gar kein taktischer.
Mehrere Spieler und Beobachter sprechen von einer deutlich verbesserten Stimmung innerhalb der Mannschaft. Maxx Crosby führte den Erfolg unter anderem auf den Zusammenhalt in der Kabine zurück. Die Spieler würden füreinander arbeiten, Lösungen suchen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten.
Auch externe Stimmen sehen eine Mannschaft, die ihren neuen Head Coach angenommen hat und sichtbar an einem Strang zieht.
Gerade in einer Liga, in der die Leistungsunterschiede oft gering sind, kann eine starke Teamkultur mehrere enge Spiele entscheiden.
Fazit von der Couch: The Autumn Wind is a Raider
Die Las Vegas Raiders sind nach drei Wochen eine der spannendsten Geschichten der NFL-Saison 2026.
Der perfekte 3-0-Start basiert auf mehreren Faktoren: einem starken neuen Head Coach, einem stabilen Quarterback in Kirk Cousins, einer opportunistischen Defense, den Playmakern um Brock Bowers sowie einer erkennbar verbesserten Teamchemie.
Ob die Raiders tatsächlich zu den Playoff-Anwärtern gehören, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Spätestens das anstehende Duell gegen die Kansas City Chiefs dürfte ein wichtiger Gradmesser sein.
Fest steht jedoch schon jetzt: Die Raiders sind deutlich besser, als viele ihnen vor Saisonbeginn zugetraut haben. Und genau deshalb sorgt das 3-0 derzeit für Gesprächsstoff in der gesamten NFL.
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