Dieser Wurf hat Zukunft: Baker Mayfield bleibt Gesicht der Buccaneers
Dieser Wurf hat Zukunft: Baker Mayfield bleibt Gesicht der Buccaneers | Quelle: IMAGO / ZUMA Press Wire

Baker Mayfield bleibt Quarterback der Tampa Bay Buccaneers – und das für lange Zeit. Nur wenige Tage vor dem Start in die neue Saison haben sich die Bucs und ihr Signal Caller auf eine Vertragsverlängerung über drei Jahre geeinigt. Das Paket hat ein Volumen von 165 Millionen Dollar und bindet Mayfield bis einschließlich 2029 an Tampa Bay. Damit endet ein monatelanges Tauziehen, das zeitweise so festgefahren wirkte, dass eine Trennung nach der Saison im Raum stand.

Die Eckdaten des neuen Deals

Der neue Vertrag beschert Mayfield im Schnitt 55 Millionen Dollar pro Jahr und macht ihn damit zum drittbestbezahlten Quarterback der Liga. Es handelt sich zugleich um den größten Kontrakt in der Geschichte der Franchise. Übertroffen wird damit Mayfields eigener bisheriger Vertrag aus dem Jahr 2024, der ihm über drei Jahre 100 Millionen Dollar einbrachte – vorher hatte lediglich Tom Brady mit einem Zwei-Jahres-Deal über 50 Millionen Dollar eine ähnliche Hausnummer erreicht.

Zum Vergleich: Das ursprüngliche Angebot der Bucs soll bei zwei Jahren und 50 Millionen Dollar gelegen haben – aus Sicht des Front Office ein konkurrenzfähiges Angebot, aus Sicht von Mayfield und seinem Berater Tom Mills jedoch deutlich zu wenig. Mit diesen Konditionen wäre der Quarterback nur auf Platz 13 der bestbezahlten Quarterbacks der Liga gelandet – aus seiner Sicht keine angemessene Würdigung für zwei aufeinanderfolgende NFC South-Titel und einen Playoff-Sieg 2023.

"The ultimate competitor." 💪 pic.twitter.com/avMRwA4ezQ

— Tampa Bay Buccaneers (@Buccaneers) September 8, 2026

Zähes Ringen um die Verlängerung

Die Verhandlungen zogen sich durch das gesamte Offseason. Bereits im Juni sprach Mayfield offen davon, dass beide Seiten zwar im Gespräch seien, man aber noch weit auseinanderliege. Gleichzeitig machte er deutlich, wie sehr er und seine Familie mittlerweile in Tampa verwurzelt seien – die Community habe die Familie herzlich aufgenommen, und man plane, dort auch die Kinder großzuziehen.

Zu Beginn des Training Camps setzte sich Mayfield selbst eine Deadline: Sollte bis dahin keine Einigung stehen, würden die Gespräche bis nach der Saison ruhen. Genau das trat ein. Mayfield zeigte sich in der Folge unzufrieden mit den Angeboten der Bucs und ließ öffentlich durchblicken, er fühle sich nicht ausreichend wertgeschätzt. Zugleich stellte er klar, dass sein Berater weiterhin ansprechbar sei, sollte die Franchise ein aus seiner Sicht faires Angebot vorlegen.

Erst am vergangenen Wochenende – nur wenige Tage vor dem Saisonstart – nahmen beide Seiten die Gespräche wieder auf und einigten sich zügig. Ein Faktor im Hintergrund: Der Salary Cap der Liga dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen, und mit Spielern wie C.J. Stroud, Lamar Jackson, Caleb Williams, Drake Maye und Bo Nix stehen mehrere Topspieler auf der Quarterback-Position vor eigenen Vertragsverhandlungen. Mayfields Seite soll dies bei der eigenen Verhandlungsstrategie im Blick gehabt haben.

"Baker is the heartbeat of this team." 🫡 pic.twitter.com/phgKuFlZFt

— Tampa Bay Buccaneers (@Buccaneers) September 8, 2026

Reaktionen aus der Organisation

Bucs-Besitzer Joel Glazer würdigte Mayfields Entwicklung seit seiner Ankunft in Tampa als wichtigen Wendepunkt für die Franchise. Der Quarterback habe sich in den vergangenen drei Jahren zum unangefochtenen Anführer des Teams entwickelt, so Glazer. Der neue Vertrag – der größte in der Vereinsgeschichte – spiegle das Vertrauen der Organisation in Mayfield sowie seine Führungsqualitäten auf und neben dem Feld wider.

General Manager Jason Licht hatte sich bereits während der Preseason optimistisch gezeigt, dass Mayfield über das Jahr 2026 hinaus in Tampa bleiben werde. Der Quarterback wolle spielen und der Organisation beweisen, dass er tatsächlich der Franchise-Quarterback sei, für den man ihn gehalten habe, sagte Licht damals. Auf die Frage, ob die Vereinsführung angesichts der Bucs-Historie mit kurzfristigen Verträgen für Journeyman-Quarterbacks überhaupt bereit sei, die geforderte Summe zu zahlen, entgegnete Licht sinngemäß, dass man bei einem herausragenden Spieler stets Wege finde, eine Lösung zu ermöglichen.

Auch aus der Kabine gab es Rückendeckung: Defensive Tackle Vita Vea, der selbst erst kürzlich nach eigenem Hold-in eine Vertragsverlängerung erhalten hatte, machte sich öffentlich für eine Einigung mit Mayfield stark. Mayfield sei Herz und Seele des Teams, so Vea – ein Spieler, den jeder im Team an seiner Seite haben wolle.

The LARGEST contract in Buccaneers history 👏 pic.twitter.com/Ed4X9HDSwy

— Tampa Bay Buccaneers (@Buccaneers) September 8, 2026

Rückblick: Mayfields Weg zu den Buccaneers

Mayfields Geschichte in Tampa ist auch eine Geschichte der zweiten Chance. Nach seiner Zeit bei den Cleveland Browns, die ihn trotz eines Playoff-Siegs 2020 nach der Verpflichtung von Deshaun Watson 2022 abgaben, folgte ein kurzes, wenig erfolgreiches Kapitel bei den Carolina Panthers. Dort ging er als Starter nur 1-5, ehe er im Dezember aus seinem Vertrag entlassen wurde. Die Los Angeles Rams verpflichteten ihn daraufhin über den Waiver Wire als Ersatz für den verletzten Matthew Stafford. Auch dort blieb der Erfolg mit einer 1-3-Bilanz in vier Starts überschaubar.

2023 unterschrieb Mayfield schließlich bei den Buccaneers – zunächst nur mit einem Ein-Jahres-Vertrag über 4 Millionen Dollar und als einer von drei Kandidaten für die Nachfolge von Tom Brady, neben Kyle Trask und John Wolford. Nach einem intensiven Wettbewerb während des gesamten Camps setzte sich Mayfield durch. Seitdem hat er in jeder der vergangenen drei Saisons alle 17 Spiele für Tampa Bay bestritten, wurde 2023 und 2024 in den Pro Bowl gewählt und führte die Bucs beide Male in die Playoffs. 2023 gewann Tampa Bay das Wild-Card-Spiel gegen die Philadelphia Eagles, ehe man in der Divisional Round den Detroit Lions unterlag. 2024 scheiterte man in der Wild-Card-Runde knapp an den Washington Commanders.

👉 Wie Mayfield vom Wandervogel zum Gesicht der Franchise wurde, erfährst du in unserem ausführlichen Rückblick: Baker Mayfield und die Buccaneers: Vom Wandervogel zum Franchise-Gesicht

Meinung von der Couch

Für mich ist diese Verlängerung eine der konsequentesten Entscheidungen, die die Bucs in den vergangenen Jahren getroffen haben. Mayfield hat sich seinen Wert nicht nur mit Zahlen erarbeitet, sondern vor allem mit Konstanz – drei Spielzeiten, 17 Starts, keine faulen Ausreden. Dass die Verhandlungen so lange und öffentlich zäh verliefen, passt zu seinem Naturell: laut, selbstbewusst, manchmal ein bisschen zu impulsiv für den Geschmack mancher Fans. Aber genau diese Kompromisslosigkeit hat ihm am Ende auch den Vertrag beschert, den er wollte. Für Tampa Bay ist das die richtige Wette – auch wenn 165 Millionen Dollar für einen Quarterback, der zuletzt eine kollabierte Saison mitverantwortet hat, kein Selbstläufer sind.