
Die Roster Cuts sind jedes Jahr einer der härtesten Tage im NFL-Kalender. Aus bis zu 90 Spielern pro Team werden nur noch 53 Kaderplätze für die Regular Season vergeben. Für die deutschsprachige Football-Community war der diesjährige Cutdown dennoch ein Erfolg: Mehrere bekannte Namen aus Deutschland und Österreich stehen weiterhin in den aktiven Kadern. Andere müssen den Umweg über das Practice Squad nehmen und auf ihre Chance warten.
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Die sicheren NFL-Stars: Diese Spieler stehen im 53-Mann-Kader
Amon-Ra St. Brown (Detroit Lions)
Bei Amon-Ra St. Brown stellte sich die Kaderfrage nie wirklich. Der deutsch-amerikanische Wide Receiver ist längst einer der besten Passempfänger der NFL und das offensive Gesicht der Detroit Lions. Der mehrfache Pro Bowler und All-Pro geht als unumstrittener Starter in seine sechste Saison und gehört weiterhin zur absoluten Elite auf seiner Position.
Für deutsche Fans bleibt St. Brown damit das größte Aushängeschild der Liga. Während andere um ihren Arbeitsplatz kämpfen mussten, war sein Kaderplatz bereits seit Monaten praktisch garantiert.
Brandon Coleman (Washington Commanders)
Der in Deutschland aufgewachsene Brandon Coleman hat den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht. Nach einer starken Entwicklung bei den Washington Commanders gehört der Offensive Lineman fest zum Team und überstand den Roster Cut ohne Probleme. Coleman hat sich in Washington als wertvoller Bestandteil der Offensive Line etabliert und soll weiterhin Quarterback Jayden Daniels schützen.
Für den ehemaligen Berliner ist das ein weiterer Meilenstein. Nach seiner Rookie-Saison gehört er inzwischen zu den festen Größen unter den deutschsprachigen Profis.
Bernhard Raimann (Indianapolis Colts)
Auch Bernhard Raimann bleibt selbstverständlich im aktiven Kader der Indianapolis Colts. Der Österreicher hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der zuverlässigsten Left Tackles der NFL entwickelt und zählt inzwischen zu den besten europäischen Spielern der Liga. Laut aktuellen NFL-Kaderdaten steht Raimann weiterhin im aktiven Colts-Roster.
Sein Weg vom österreichischen Footballspieler zum NFL-Starter ist weiterhin eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten des internationalen Footballs.
Marlin Klein (Houston Texans)
Eine der schönsten Geschichten dieses Sommers liefert Marlin Klein. Der Tight End aus Köln konnte die Verantwortlichen der Houston Texans in der Preseason überzeugen und schaffte den Sprung in den aktiven Kader. Damit steht erstmals seit langer Zeit wieder ein in Deutschland geborener Skill-Position-Spieler auf einem NFL-Roster.
Der Umweg über das Practice Squad
Nicht jeder Traum endet nach den finalen Cuts. Viele Spieler bleiben über das Practice Squad in unmittelbarer Nähe zur NFL und können jederzeit in den aktiven Kader befördert werden.
Julius Welschof (Pittsburgh Steelers)
Der ehemalige Munich-Cowboys-Spieler Julius Welschof wurde zwar nicht Teil des 53-Mann-Kaders der Steelers, erhielt aber direkt einen Platz im Practice Squad. Damit bleibt er im System von Pittsburgh und kann sich weiter für einen NFL-Einsatz empfehlen.
Kilian Zierer (Jacksonville Jaguars)
Auch für Kilian Zierer geht die Reise weiter. Der Offensive Lineman aus München wurde nach den Cuts in das Practice Squad der Jacksonville Jaguars aufgenommen. Damit bleibt seine NFL-Karriere weiterhin intakt.
Paul Rubelt (Tampa Bay Buccaneers)
Der Frankfurter Offensive Tackle Paul Rubelt verpasste den Sprung in den aktiven Kader der Buccaneers, erhielt aber einen Platz im Practice Squad. Für Linemen ist dieser Karriereweg keineswegs ungewöhnlich, viele NFL-Starter haben zuvor mehrere Jahre im erweiterten Kader verbracht.
Lorenz Metz (New England Patriots)
Der Bayern geborene Lorenz Metz gehört ebenfalls zu den Spielern, die nach dem Cutdown wieder in den Practice Squad aufgenommen wurden. Die Patriots setzen weiterhin auf seine Entwicklung und halten ihn in Reichweite des aktiven Kaders.
Lenny Krieg (Green Bay Packers)
Für Kicker Lenny Krieg verliefen die Tage nach dem Roster Cut wie eine Achterbahnfahrt. Zunächst entlassen, anschließend ganz aktuell aber wieder ins Practice Squad der Packers aufgenommen. Damit bleibt auch sein NFL-Traum am Leben.
Niklas Henning (Las Vegas Raiders)
Der deutsche Defensive Lineman Niklas Henning erhielt ebenfalls einen Platz im Practice Squad der Raiders und bleibt damit Teil einer NFL-Organisation.
Fazit von der Couch: Deutschsprachiger Football weiter auf dem Vormarsch
Der Blick auf die finalen NFL-Kader zeigt ein erfreuliches Bild. Mit Amon-Ra St. Brown, Brandon Coleman, Bernhard Raimann und Marlin Klein stehen mehrere deutschsprachige Spieler im aktiven 53-Mann-Kader ihrer Teams. Gleichzeitig haben mit Julius Welschof, Kilian Zierer, Paul Rubelt, Lorenz Metz, Lenny Krieg und Niklas Henning zahlreiche weitere Talente einen Platz im Practice Squad ergattert.
Für die deutschsprachige Football-Szene bedeutet das vor allem eines: Die NFL war für Spieler aus Deutschland und Österreich noch nie so erreichbar wie heute. Und erfahrungsgemäß wird mindestens einer der aktuellen Practice-Squad-Kandidaten früher oder später auch an einem NFL-Spieltag auf dem aktiven Roster stehen.